Ruhrgebiet
Starker Schweizer Franken belastet Ruhrgebiets-Kommunen
Abgehoben: Schweizer Nationalbank (SNB) entkoppelt den Franken vom Euro. Karikatur: ck

Die Kommunen im Ruhrgebiet kämpfen seit Jahren mit steigenden Sozialkosten, sinkenden Steuereinnahmen und daraus resultierender, massiver Verschuldung der Städte und Gemeinden. Dank riskanter Devisengeschäfte mit der Schweizer Nationalbank (SNB) müssen Bochum, Essen und Co. jetzt noch mehr zurückzahlen. Doch nicht nur sie werden von der starken Währung belastet: Auch ausländische Studierende in der Schweiz kämpfen mit horrenden Mensapreisen in den Universitäten. Wieso ist der Franken so stark und was hat das mit Bochum zu tun?

Von den Anfängen der „Zuwanderungswellen“ an der Ruhr – Ein Exkurs
Tür an Tür: Zahlen im Ruhrgebiet. Grafik: kac

Ob der türkische Gemüseladen an der Ecke oder das polnische Bier im handelsüblichen Supermarkt, egal aus welchen Kulturkreisen auch immer die beispielhaften Genussmittel stammen, so verschönern sie uns den Alltag im Ruhrgebiet. Doch wie kam es zur Multi-Kulti-Gesellschaft in der Ruhr-Metropole?

Nazi-Szene: „Pegida-Effekt“ bleibt aus
So sieht die nationale Bewegung aus: GegendmonstrantInnen verhinderten Kundgebung der Neonazis in der Dortmunder Nordstadt. Foto: nordstadtblogger

Innerhalb weniger Tage fanden in Dortmund Ende Dezember und Anfang Januar mehrere Kundgebungen statt, mit denen vor allem die faschistische Partei Die Rechte versucht, an die islamfeindliche Pegida-Bewegung anzuknüpfen, die in Dresden Tausende auf die Straße lockte. Die :bsz sprach mit Iris Bernert-Leushacke vom Blockadebündnis BlockaDO.

Blicke – Filmfestival des Ruhrgebiets: Die RUB überzeugt als Hauptdarstellerin
Bester Doku-Film: „Nadeshda“ über das Leben und die Träume einer Roma-Familie in Bulgarien. Foto: Anna F. Ewert & Falk Müller

Eine märchenhaft anmutende Flucht vor dem grauen Betonklotz in die Querenburger Natur überzeugte die Jury des diesjährigen Blicke-Festivals im Endstation-Kino in Langendreer vom 19. bis 23. November: Nico Joana Webers „Markasit“ wurde mit dem Spielfilmpreis Ruhr ausgezeichnet. Der Preis für den besten Dokumentarfilm ging an „Nadeshda“, in dem authentisch das Leben einer Roma-Familie in Bulgarien geschildert wird.

Von der unsichtbaren großen Minderheit: Eine kleine Geschichte der PolInnen im Ruhrgebiet
Wir Unsichtbaren - Buchcover

Vom Ruhrgebiet heißt es immer wieder, hier gäbe es mehr PolInnen als anderswo in Deutschland. Das hätte sich sogar in unserer hiesigen Mundart, dem Ruhrdeutschen niedergeschlagen. Auf jeden Fall aber gäbe es hier so viele Kowalskis, Schimanskis und andere -skis wie sonst nirgends. Was ist dran an den „Ruhrpolen“?

Klimametropole RUHR 2022 gestartet – Revier soll sich nachhaltig verändern
Hoch hinaus: Artistik bei der Auftaktveranstaltung zur Ruhr 2022. Foto: Klimametropole RUHR 2022

Das Bild vom smogdurchsetzten und rußbedeckten Ruhrgebiet hält sich hartnäckig in den Köpfen der Menschen – zumindest  in denen, die den Pott nur vom Hörensagen kennen. Wer hier schon einmal auf eine Halde gestiegen ist, weiß, dass man vor lauter Bäumen die Stadt kaum sieht. Trotzdem können Kommunen, Firmen und jedeR Einzelne von uns dazu beitragen, dass es um Klima und Natur noch besser bestellt ist. Das Großprojekt klimametropole RUHR 2022 will bis zum titelgebenden Jahr entscheidend dazu beitragen, dass aus dem Revier eine nachhaltig haushaltende und lebenswerte Region wird. Wir befinden uns mitten in der Auftaktwoche dieses „Dekadenprojekts“, die noch bis zum 3. Oktober mit 200 Veranstaltungen auf die Klimametropole hinweist.

Die Initiative Recht auf Stadt präsentiert das Manifest „Von Detroit lernen“
Gebaut wird, aber für wen? Das Manifest „Von Detroit lernen“ kritisiert, dass mit Prestigeprojekten wie dem Dortmunder U Leerstände und die Entstehung von  Armutsvierteln einhergehen. Foto: bent

Das Ruhrgebiet retten: Das schreibt sich das Netzwerk Recht auf Stadt-Ruhr von urbanen AktivistInnen, WissenschaftlerInnen, JournalistInnen und AkteurInnen aus Kultur und Sozialem auf die Fahnen. Schon im letzten Jahr fand die „Intervention – Stadt für alle“ statt, seit September ist das Manifest „Von Detroit lernen“ veröffentlicht und geht nun auf Tour: Präsentationen und Lesungen folgen in Dortmund, Bochum und Duisburg.

Vor diesen Todesfallen und Schandflecken solltet Ihr Euch in Acht nehmen
Gefahr! Achtung! Uwaga! Attention! Fotos: mar, joop

Das Ruhrgebiet in seiner ganzen abscheulichen Vielfalt!

Halde Hoheward – Rheinischer Esel – Herner Trümmergrundstück – Die Speckschweiz

Im Pott leben, über den Pott schreiben: Dritter Ruhrpoeten-Literaturwettbewerb gestartet

Dicht – das sind viele Schwimmbäder im Ruhrgebiet, genauso wie die Zechen. Dicht – das sind die meisten Menschen abends im Bermudadreieck. Dicht – das ist das Motto des dritten Literaturwettbewerbs der Ruhrpoeten. Dichtet – das ist der Aufruf an alle kreativ Schreibenden im ganzen Land.

SS-Siggi tritt zurück – die Rechten in den Stadträten des Ruhrgebiets bleiben
Der eine tritt ab, der andere rückt nach: Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt (l.) und Die-Rechte-Ideologe Dennis Giemsch. - Fotos: anonym

Es hat nur zwei Ratssitzungen gedauert, dann war die groß angekündigte Karriere eines bekannten Neonazis im Dortmunder Stadtrat wieder vorbei: Vor einer Woche gab Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt, der für die Partei „Die Rechte“ im Rat saß, sein Mandat zurück, angeblich aus gesundheitlichen Gründen und zeitlicher Belastung. Borchardts Nachfolger steht schon bereit – und auch im Rest des Ruhrgebiets haben rechte Parteien ihren Einzug in die Stadträte halten können.

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