Lehramtsstudium
In trockenen Tüchern? Gesetzesänderung für Lehramtsstudierende nur vage
Die Latinumspflicht wurde beigesetzt: Darum wollen wir trinken – Ergo bibamus! Foto: flickr/stefan c (CC BY 2.0); Bearbeitung: ken/alx
Das Latinum wird für den Master of Education in eingen Fächern abgeschafft. Das beschloss der Landtag NRW letzte Woche im Rahmen der Änderung der Lehrerzugangsverordnung (LZV). In anderen Fächern wie Geschichte sind nur noch „Lateinkenntnisse auf dem Niveau des kleinen Latinums“ nachzuweisen. Für wen genau die Gesetzesneuerung gilt, welche Änderungen noch erhofft werden und wie die RUB die bewusst schwammige Formulierung umsetzen könnte, erfahrt Ihr auf hier. Man könnte sagen „Die Sache ist im Hafen“ oder, der Erinnerung wegen: „Res est in portu“.
 
:Die Redaktion
Akademie der Wissenschaften: „Auf Latein kann an der Uni nicht verzichtet werden“
Plädoyers für eine tote Sprache: (von links) Klaus-Peter Wegera, Wolfgang Dieter Lebek, Franz Lebsanft, Martina Häcker, Moderator Klaus Rosen. Foto: AWK NRW

Jahrelang kämpften die Fachschaften gegen den Latinumszwang für Studierende, die Lehrer oder Lehrerin werden wollen. Ende letzten Jahres gelang der Durchbruch: Die Reform der LehrerInnenausbildung in NRW will die Lateinpflicht für FremdsprachenlehrerInnen abschaffen. Die Akademie der Wissenschaften und Künste NRW (AWK NRW), der auch 24 Bochumer WissenschaftlerInnen angehören, sieht damit das Fremdsprachenstudium auf ein „unvertretbar tiefes Niveau“ gesunken und diskutierte am 8. September öffentlich über dieses Thema.

Gespräch im Landtag: Abschaffung der Latinumspflicht für Lehrämter in Sicht?
Unterschriften-Übergabe im Landtag – v. lks. n. r.: Philipp Krüger, Kathrin Jewanski, Moritz Fastabend (AStA-ReferentInnen für Hochschulpolitik); Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne); Ruth Seidel (hochschulpolitische Sprecherin Grüne); Karl Schultheiß (hochschulpolitischer Sprecher SPD). Foto: Simone Nöller

Allmählich trägt die Initiative gegen den Latinumszwang Früchte: Nach einer erfolgreichen Podiumsdiskussion im vollbesetzten Hörsaal Mitte April 2013 sowie einer Initiative der Studierendenfraktion im Senat der Ruhr-Uni konnten inzwischen 8.300 Unterschriften für eine Abschaffung des Latinumszwangs für Lehramtsstudierende gesammelt werden. Bereits im Mai wurde der zuständigen Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) eine vom AStA zusammen mit interessierten Studierenden, der FachschaftsvertreterInnenkonferenz (FSVK) sowie der studentischen Senatsfraktion verfasste Resolution zur Abschaffung der Latinumspflicht überreicht. Vergangenen Freitag informierte Löhrmann bei einem Gespräch u. a. mit StudierendenvertreterInnen sowie weiteren LandespolitikerInnen, VertreterInnen des Philologenverbandes und Klassischen PhilologInnen über die weiteren gesetzgeberischen Schritte, um den Lateinzwang für die Lehrämter möglichst abzuschaffen oder die Anforderungen zumindest zu reduzieren.