Kafka
Bochumer Künstlerinnenkollektiv Killer&Killer erfindet Kafka neu
Die Gesichter der kafkaesken Bürokratie: Die vier Darstellenden Constantin Hochkeppel, Jan Möller, Sindy Tscherrig und Amelie Barth (v.l.n.r.). Foto: Killer&Killer

Kunst. Tanztheater ist nach Pina Bausch nicht mehr cool? Keineswegs. Die :bsz hat sich die Proben der unkonventionellen Adaption von Kafkas „Der Prozess“  von Killer&Killer angesehen.

Ein ermittelnder Käfer ist noch lange nicht kafkaesk
Der zum Käfer gewordene Privatdetektiv Gregor Zamza – etwas albern? Sicher. Deshalb aber auch kafkaesk? Screenshot: fah

Videospiel-Rezension. Am 6. April veröffentlichte Daedalic Entertainment das von Denis „mif2000“ Galanin entwickelte Spiel „The Franz Kafka Videogame“. Die :bsz hat es getestet. 

Wie Ostereier eine Gesellschaft charakterisieren
Ein Aufschrei geht durch das Ostervolk: Enttäuschung und Ärgernis plagen das scheinbar sonst so ausgelassene Mittelstandsbürgertum. Warum gucken die dann immer so angepisst?

Glosse. Die Stadt Bochum hat am Ostersonntag Überraschungen im Stadtpark verstecken lassen. Was danach geschah, ist pure Magie. 

Inszenierung von „Der Prozess“ im Grillo-Theater
Abstrakte Bedrohung im Grillo-Theater: Riesen aus Luft machen Josef K. zu schaffen. Foto: Martin Kaufhold

Lautstarke Emotionen, surreale Bühnenelemente und unausweichliche Denkanstöße: Im Grillo-Theater in Essen wird momentan „Der Prozess“ von Franz Kafka aufgeführt. In Szene gesetzt wurde der Roman vom freischaffenden Regisseur Moritz Peters.

Leoparden im Tempel und Literatur aus Brasilien: Im Oktober ist Frankfurter Buchmesse
Das Cover der deutschen Ausgabe von "Kafkas Leoparden" von Moacyr Scliar. Quelle: Lilienfeld Verlag

„Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie.“ (Franz Kafka)
So berühmt wie typisch ist dieser Aphorismus, an dem sich Kafka-Exegeten seit Jahrzehnten abarbeiten: Für manche sind die geheimnisvollen Worte nicht zu dechiffrieren, andere glauben ad hoc des Rätsels Lösung zu kennen. Ob autobiographisch, philosophisch, psychoanalytisch oder zionistisch – den einen oder anderen Interpretationsansatz für Kafkas Werk hat selbst der geneigte Laie parat. Und dann mal gucken, wie es passt. Ähnlich versucht es die Hauptfigur in „Kafkas Leoparden“, einem Kurzroman des brasilianischen Autors Moacyr Scliar. Nur ist der junge bessarabische Jude Benjamin nicht als Liebhaber deutsch-jüdischer Literatur ins Prag des Jahres 1916 gereist, sondern als Revolutionär. Verborgen hinter den kryptischen Zeilen von „Leoparden im Tempel“ vermutet der tollpatschige Trotzkist eine kommunistische Geheimbotschaft – was ihn in kafkaeske Verwirrung führt.