Hausbesetzung
Träume brauchen Freiräume
Herner 131: die Besetzer*innen organisierten sich basisdemokratisch und hielten Nachtwachen.

Am vergangenen Freitag wurde erstmals eine Kurzdokumentation über die Besetzung des Hauses an der Hernerstraße 131 im Provisorium gezeigt.

NachbarInnenschaftsinitiative an der Herner Straße 131
Grund zu feiern? Die Sektflaschen sind leer, viele Häuser nach einem Jahr Herner Straße jedoch auch, wie AktivistInnen kritisieren.Bild: kac

Protest. Zwar räumten die AktivistInnen das Gebäude an der Herner Straße, doch die Aktion bleibt aktuell: Wegen des angespannten Wohnmarkts in Bochum sind Hausbesetzungen nicht nur in Berlin en vogue.

Ein Jahr nach der Hausbesetzung bleibt Wohnpolitik in Bochum ein heikles Thema
Bunt statt trist: Wo noch vor einem Jahr NachbarInnen zu Konzerten, Barbecue oder gemeinsames Renovieren zusammenkamen, müssen bald pünktlich Mieten überwiesen werden.   Bild: bent

Wohnen. Die „Herner Straße 131“ feiert Jubiläum.  Für AktivistInnen bleiben Besetzungen ein Mittel, um Druck für eine soziale Wohnpolitik auf die Kommunen auszuüben. Denn aus Sicht der Initiative „Stadt für alle“ hat sich auch in Bochum wenig verbessert.

Kriminell? Wenn FDP-Zöglinge zur Hausbesetzung aufrufen

Glosse. Kein Sinn für das Miteinander: Die Jungliberalen reagierten mit einem peinlichen Post auf die Hausbesetzungen in Berlin.

Haus wird wieder nutzbar gemacht
Räumung ist doch: Die Besetzung in der Herner Straße 131 wurde nach sieben Wochen freiwillig beendet. Foto: lor

Hausbesetzung. Die Immobilie ist vor der Zwangsversteigerung an ein Ehepaar verkauft worden.

BesetzerInnen stellen Nutzungskonzept vor
Das ist unser Haus, schmeißt doch die InvestorInnen raus: Die BesetzerInnen an der Herner Straße haben ein langfristiges  Nutzungskonzept vorgelegt, um das Gebäude als Freiraum zu nutzen. Foto: lor

Leerstand. AktivistInnen besetzen das Haus an der Herner Straße 131 seit nunmehr fast vier Wochen. Jetzt legten sie ein Konzept vor: Die Stadt soll das Haus kaufen und für Wohnungen und Veranstaltungen nutzen.

Grillabende, Konzerte, Lesungen und andere Veranstaltungen fanden an der Herner Straße in den vergangen Wochen statt. Das besetzte Haus ist kaum mehr aus Bochum-Hamme wegzudenken. Und auch die Renovierungsarbeiten im seit Monaten leer stehenden Gebäude gehen voran. Doch die BesetzerInnen sind nach einer Anzeige der Eigentümerin noch immer von Räumung gefährdet. Zudem soll es am 22. Juni eine Zwangsversteigerung geben. Die Besetzer-
Innen wollen das Projekt in die Legalität überführen. Ihre Forderung an die Stadt: Sie soll diese aussetzen und das Gebäude kaufen, um einen Pachtvertrag auszustellen.        
                                           :Die Redaktion
 
BesetzerInnen sehen Stadt in der Pflicht
Ob Hamburg, Kassel oder Bochum: Hausbesetzungen kommen wieder in Mode. Foto: BesetzerInnen

Kommentar.  Seit fast vier Wochen ist die Herner Straße 131 besetzt. Die BesetzerInnen suchen den Dialog mit der Stadt; diese schweigt. Dabei besteht ihrerseits die Pflicht, zu handeln!

Seit etwa 10 Jahren hat Bochum von seiner HausbesetzerInnenszene nichts gehört
Bunt und offen: Seit der Besetzung ist die Herner Straße 131 ein lebendiger Freiraum für alle. Foto: bent

Freiraum. Seit fast zwei Wochen halten AktivistInnen ein leerstehendes Haus besetzt. Die Eigentümerin hat bereits Anzeige erstattet, doch in der Nachbarschaft wird die Aktion begrüßt: Hunderte kamen zu Veranstaltungen oder packen  bei der Renovierung mit an.

Hernerstr. 131 in Bochum wird zum politischen Epizentrum
Angeregte Diskussion bei bestem Wetter: Im Hinterhof der Hernerstraße 131 herrschte gute Stimmung.Foto: fah

 Wohnungsbau. Unter dem Hashtag #SquatBo luden die UnterstützerInnen der Hernerstraße 131 zur offenen Podiumsdiskussion mit dem Thema „Leerstände und Perspektiven“ ein.  

Teilsieg: BesetzerInnen beziehen wieder Räumlichkeiten an der Rigaer Straße 94
1990 besetzt, danach zum Teil vermietet: Das Hausprojekt „Rigaer94“ in Berlin. Foto: Fabian Gross

Nachdem die Teilräumung des linken Hausprojekts an der Rigaer Straße vom Berliner Landgericht für rechtswidrig erklärt wurde, kehrten die BewohnerInnen wieder in die Räumlichkeiten zurück. Doch der Konflikt geht in die nächste Runde.

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