Feminismus
Die Prostitutionsdebatte erreicht die RUB
Die Plakate sorgten für Gesprächsstoff an der RUB. Foto: Patrick Henkelmann

Prostitution ist momentan ein heftig umstrittenes Thema in den Medien. Und Alice Schwarzer meldet sich am lautesten zu Wort, wenn es um (Zwangs-)Prostitution geht – doch macht sie das tatsächlich zu einer Expertin? Am 12. November lud das internationale Frauenforum „Migra!“ Mechthild Eickel von der Bochumer Prostituierten-Beratungsstelle Madonna e.V. an die RUB ein, um über „Sexarbeit und Migration“ zu referieren. Auf Alice Schwarzer und deren Kreuzzug gegen die Prostitution ist Eickel nicht gut zu sprechen.

Neuer virtueller Laden für Sexspielzeug hofft auf Kundinnen
Es kommt eben nicht nur auf die Länge an: Bei der Vielfalt an Sexspielzeug kann Beratung nicht schaden. Foto: Flickr.com / lism (CC BY-NC 2.0)

Braucht die Welt noch einen Online-Sexshop? Fragt man die zwei Schweizer Andreas Stockburger und Marc Schlegel, dann offensichtlich schon. Denn wo Frauen in der U-Bahn „Fifty Shades of Grey“ lesen, da schlummert verborgenes Kapital. Und was in der Nachkriegszeit Beate Uhse gelang, wollen auch die beiden jungen Kreativen erreichen: Sexzubehör an die Frau und ihren Liebsten bringen.

Bloggerinnen beharren auf ihr Recht auf Schönheit – trotz oder gerade wegen ihres Körperumfanges
Widerstand gegen Körpernormen. Quelle: tumblr.com

Sie sprechen von Fatshion und  nennen sich selbst Fationistas. Empowerment durch Mode könnte man vereinfacht nennen, was BloggerInnen wie Tasha Fierce mit ihrem Blog Fatandthesinglegirl da praktizieren oder schlicht vom Recht auf Selbstliebe sprechen.

Der Spiegel macht Stimmung gegen Prostitution
Sex and Crime: Stimmungsmache im Spiegel. Foto: Patrick Henkelmann

Die seit Ende letzten Jahres wiedergekehrte Debatte um eine Verschärfung des Prostitutionsgesetzes wird diesmal massiver denn je von den Medien befeuert. Auch das Nachrichtenmagazin Der Spiegel sprang nun auf diesen Zug auf; so titelte die am 27. Mai 2013 erschienene Ausgabe reißerisch: „Bordell Deutschland. Wie der Staat Frauenhandel und Prostitution fördert“. Wie bei solch einem Titel schon zu erwarten, nimmt der entsprechende Artikel klar die Position von ProstitutionsgegnerInnen ein – samt altbekannter, unbewiesener oder falscher Behauptungen und Pauschalisierungen. Die streitbare Prostituiertenorganisation Doña Carmen e.V. bezeichnet den Spiegelartikel in einer (auf donacarmen.de zu findenden) Stellungnahme als „Lumpenjournalismus“ und wirft dem Magazin vor, bei diesem Thema „rassistische Vorurteile“ gegen Osteuropäerinnen zu bedienen. Die :bsz setzt sich im Folgenden exemplarisch mit einigen Aussagen beider Texte auseinander.

Kommentar: Aktuelle Diskussionen über die Prostitution
Die Herbertstraße in Hamburg-St. Pauli: Das älteste Gewerbe der Welt sorgt mal wieder für Kontroversen. Foto: flickr / florianscholz (CC-BY-NC-SA-2.0)

Hamburg, Freitagabend, 25.01.2013: Zehn Aktivistinnen der militant-feministischen Frauenorganisation Femen zogen mit Fackeln durch die Herbertstraße, eine traditionsreiche Bordellstraße in St. Pauli, nahe der Reeperbahn. Trotz Minusgraden demonstrierten die Frauen mit nacktem Oberkörper. Der für Femen charakteristische, barbusige Protest richtete sich in Hamburg zum wiederholten Male gegen die Prostitution und deren Legalität. Femen fordert die Ächtung und ein generelles Verbot der Prostitution sowie die Bestrafung der Freier. Die Femen-Aktivistinnen hielten Schilder hoch mit Parolen wie „Frau ist keine Ware“, „Sexindustrie ist Faschismus“ oder „10 Jahre legale Sklaverei“. Letzteres bezieht sich auf das 2002 inkraftgetretene Prostitutionsgesetz (ProstG), welches die rechtliche Stellung von Prostitution/Sexarbeit als Dienstleistung regelt.

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