Detroit
Feierliche Eröffnung: Sommerfestival des Detroit-Projekts startete vor dem Bergbaumuseum
Und nach Opel? Der Pflanzenmarkt wird als Alternative angeboten. Foto: bent

Let the sunshine in: Aufgezogene Regenjackenkapuzen, Regenschirme, auf die ununterbrochen Regen prasselt. Eigentlich hatte man sich für die offizielle Eröffnungsfeier des Detroit-Projekts als Startschuss für das Sommerfestival ein passenderes Wetter vorgestellt. So versammelten sich die BesucherInnen auf dem regengetränkten Grün vor dem Bergbaumuseum, wo unter anderem die Bochumer Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz neben InitiatorInnen und KuratorInnen des Kulturfestivals sprach. Zur Eröffnung sollte die Lichtinstallation „How Love Could Be“ des Künstlers Tim Etchells am Fördergerüst des Bergbaumuseums präsentiert werden. Einen symbolischen Startschuss gab es am Sonntag mit der Mitmach-Pflanzaktion für den Gemeinschaftsgarten vor dem Schauspielhaus.

Schauspielhaus und Urbane Künste Ruhr stellen Programm für Detroit-Projekt vor
Stronghold-Installationen von Robert Kuśmirowski für die Lyon-Biennale 2011:  Der polnische Künstler wird in Bochum die Hölle nachbauen. Foto: Urbane Künste Ruhr

Zwar vermag ein Kunstfestival nicht, die Probleme des Strukturwandels zu lösen, doch es kann Ansätze und neue Perspektiven bieten, Auswege aus der Krise zu finden. Das ist der Anspruch des Detroit-Projekts, welches vom 26. April bis zum 5. Juli in ganz Bochum stattfindet. Letzte Woche wurde im Schauspielhaus das Programm vorgestellt.

Ein Portrait: Detroits Absturz und der Versuch wieder aufzustehen
Aufstieg und Fall einer Weltstadt: Die 60er-Jahre sind der Anfang vom Ende Detroits. Grafik: ck

Im Dezember des vergangenen Jahres legte die Beratungsgesellschaft Ernst & Young eine Studie vor, aus der hervorgeht, dass fast jede dritte deutsche Großstadt stark verschuldet ist. Wenig überraschend, denn die desaströse Finanzsituation vieler deutscher Kommunen ist ein offenes Geheimnis. Trotzdem drehen sich die Räder irgendwie weiter. Was jedoch passiert, wenn die Kassen komplett leer und die Schulden unbezahlbar hoch sind, musste die amerikanische Metropole Detroit im vergangenen Jahr am eigenen Leib erfahren. Im Sommer 2013 erklärte die Stadt, die einst das Zugpferd der amerikanischen Automobilindustrie war, dass sie zahlungsunfähig ist. Ein Rückblick, wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte –  und wie Detroit nun den Neustart wagt.

Wir sind nicht Detroit, wir bleiben Bochum: Ausstellungseröffnung vorm Theater
Marshmallows und die Kunst. Wärmenedes Feuer während der Ausstellung. Foto: mar

Am vergangenen Freitag wurde auf dem Hans-Schalla-Platz vor dem Bochumer Schauspielhaus die Ausstellung „Abbruch Aufbruch“ eröffnet. Ein Container beherbergt 20 Bilder von Fotograf Martin Steffen, der zusammen mit den brennenden Ölfässern rundherum die desolate Lage der Stadt Detroit romantisiert und damit sagt: „Bochum ist nicht Detroit“.