Auf den Punkt: Asozial

Menschen sterben im Mittelmeer und die Regierungen handeln trotz besserem Wissen nicht effektiv. Auf Deutsch: unsozial und menschenverachtend. Wenn man sich gewählter ausdrücken möchte, so benutzt man die vom altgriechischen beeinflusste Variante „asozial“ mit dem Präfix „α-„ (das sogenannte Alpha primativum; eine Negation). Wer asozial ist, der schadet seinem Umfeld. Es gibt viele Stereotype, denen man dies zuschreibt: Obdachlose, ZuhälterInnen, BettlerInnen, Prostituierte, Suchtkranke, warum nicht auch BankerInnen, Konzerne und deren ManagerInnen? Da gibt es immerhin genügend Beispiele: Lehman Brothers, Monsanto oder beispielsweise Steve Jobs. Jedoch ist es schwer, Personen oder Gruppen und Institutionen zu pauschalisieren, weil jedeR auch seine positiven Seiten hat. Die guten oder schlechten Dinge werden meist ausgeklammert, wenn es gelegen kommt.

In früherer Zeit folgte auf asoziales Verhalten ein Ausschluss aus der Gesellschaft – oder Strafen, die ein Gleichgewicht wiederherstellen sollten. Doch heute feiern wir nicht selten diese Akteure. Welch Ironie.