Antifaschistisches Essen

250 Demonstrierende stellten sich am Freitag in Altenessen 60 Neonazis entgegen. Zum 9. November hatte die Essener NPD eine Gedenkveranstaltung für die Toten des Mauerfalls von 1989 angekündigt. „Diese Verhöhnung der millionenfachen Opfer des Faschismus lassen wir uns nicht bieten!“, hieß es dazu von dem Bündnis „Essen stellt sich queer!“. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte den Nazis im Vorfeld verboten, einen Fackelzug zu veranstalten, dies hätte eine „erhebliche Provokationswirkung“ am Jahrestag der gewalterfüllten Reichspogromnacht von 1938. Schon am Nachmittag hatten rund 70 Menschen in Steele der Opfer des Nationalsozialismus gedacht und ein Verbot der NPD gefordert.
Auch am Samstag haben rund 40 AntifaschistInnenen in Essen lautstark protestiert: In einer ehemaligen Schule im Stadtteil Kupferdreh will die Stadt bis zu 80 Flüchtlinge unterbringen. AnwohnerInnen drohten daraufhin mit Gewalt gegen die MigrantInnen an und riefen für Samstag zu einer Lichterkette gegen die Unterkunft auf. Die anwesenden AntifaschistInnen forderten Solidarität mit den Flüchtlingen und eine menschenwürdige Unterbringung. Sie blockierten den Versammlungsort der AnwohnerInneninitiative und verhinderten dadurch, dass die fremdenfeindliche „Mahnwache“ stattfinden konnte.