Gesellschaft
Der Fußball und sein Rassismusproblem
Am vergangenen Wochenende kam es zu rassistischen Parolen in italienischen Stadien. Foto: rl

Während im deutschen Fußball der Ball derzeit ruht und die wichtigsten Nachrichten den Schalker Mittelfeldspieler Lewis Holtby und seinen Wechsel zu den Tottenham Hotspurs (voraussichtlich) im Juni 2013 betreffen, wird in manchen europäischen Ligen schon wieder vor das runde Leder gekickt. Abseits des Spielgeschehens kam es jedoch vermehrt zu politisch unhaltbaren Auswüchsen in den Fanlagern, zuletzt in Italien in Form rassistischer Schmähgesänge. Auch der deutsche Fußball ist gegen Probleme dieser Art nicht immun, wie der Fall Borussia Dortmund nahelegt.

Wem helfe ich in Wirklichkeit mit meiner Spende?
Finanzierung von Menschenrechtsarbeit durch Kunstauktion: Amnesty International im Schauspielhaus. Bild: Jacq

Seit mittlerweile vierzig Jahren veranstaltet Amnesty International, eine Non-Profit-Organisation, die sich weltweit für Menschenrechte einsetzt, jährlich eine Kunstauktion. Diesen Winter war es wieder soweit: Am Sonntag, den 09. Dezember 2012 versteigerten lokale sowie überregional bekannte KünstlerInnen ihre Werke im Tanas (Schauspielhaus Bochum). Von altmodischen Ölgemälden über abstrakte Skulpturen bis hin zu signierten Büchern – bei der jährlichen Auktion ist jedes Kunstwerk willkommen. Manches Werk lässt das Herz der KunstliebhaberInnen höher schlagen, manch anderes Werk will man selbst für einen guten Zweck nicht in Kauf nehmen.
Vielen KünstlerInnen wurde die Möglichkeit geboten, mit ihrer Kunst etwas Gutes zu tun, indem sie durch die Versteigerung einen Beitrag zur Finanzierung der Menschenrechtsarbeit leisteten. Ist diese Art von sozialem Engagement wirklich effektiv oder sollte man die KünstlerInnen lieber dazu ermutigen, ihre Werke im Keller verstauben zu lassen?

„SexarbeiterInnen – willkommen in Europa?!“ – Teil 3
Die Ausstellung „Einblicke in den Berufsalltag von Sexarbeiterinnen“ des Düsseldorfer Vereins kom!ma war Begleitprogramm der bufaS-Tagung. Foto: Monica Brauer / mh

Bei der dreitägigen Tagung von bufaS (Bündnis der Fachberatungsstellen für SexarbeiterInnen) Mitte November in Bochum wurde neben vielen Aspekten der Prostitution auch über den Straßenstrich gesprochen. Olivia Deobald von der Hamburger Beratungsstelle ragazza benannte einleitend einige Eckpunkte zum Straßenstrich: Ein klarer Vorteil der Arbeit auf der Straße sei der schnelle berufliche Ein- und Ausstieg. Die Frauen könnten ihre Preise selbst bestimmen und müssten meist keine Gebühren zahlen, wie etwa in Bordellen. Etwa 70 Prozent der Straßenprostituierten in Hamburg seien Migrantinnen. 90 Prozent der Frauen, die Drogen nehmen, gingen der Straßenprostitution nach, um ihren Konsum zu finanzieren.

„SexarbeiterInnen – willkommen in Europa?!“ – Teil 2
Internationale Solidarität: Ein wichtiger Schritt im Kampf um die Anerkennung des Berufs der Sexarbeiterin. Foto: Mareen Heying

Wie regeln die Niederlande, Frankreich, Österreich und die Schweiz Sexarbeit? Welche Bestimmungen gibt es dort? Bei der Tagung „SexarbeiterInnen willkommen in Europa?!“ vom 13. bis 15. November Bochum gab es Antworten von vier ExpertInnen. Durchgeführt wurde die Tagung vom Bündnis der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (bufaS) und ausgerichtet von Madonna e.V., der Bochumer Beratungsstelle für Prostituierte.

Der 25. November – ein Gedenktag von großer Bedeutung
Die drei Mirabal-Schwestern als Mahnung: Gewalt gegen Frauen ist und war immer gegenwärtig.Foto: flickr.com, la india del ciabao, (CC-BY-NC-ND v2.0)

Mit Eintreten des Gewaltschutzgesetzes im Jahr 2002 gründete sich das Bochumer „Netzwerk gegen Häusliche Gewalt“. Das Ziel der fast 50 Hilfseinrichtungen ist die Schaffung einer optimalen Opferhilfe. Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums werden rund 37 Prozent aller Frauen zwischen 16 und 85 Jahren mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von körperlicher Gewalt. Dazu gibt es zahlreiche Formen psychischer Unterdrückung, die in körperliche umschlagen kann. Gewalt in der Familie ist dabei die am häufigsten ausgeübte Gewaltform.

„SexarbeiterInnen – willkommen in Europa?!“ – Teil 1
Forderung von Anerkennung: Madonna e.V. war Gastgerberin der Tagung. Foto: Mareen Heying

Vom 13. bis 15. November fand in Bochum die Jahrestagung des Bündnisses der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (bufas) statt, ausgerichtet von Madonna e.V., der hiesigen Beratungsstelle für Prostituierte. Unterstützt wurde die Konferenz von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt sowie vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA). Der Tagungstitel „SexarbeiterInnen – willkommen in Europa?!“ war Programm und offene Frage zugleich.

NPD möchte sich vom Bundesverfassungsgericht „Verfassungstreue“ bestätigen lassen
Rückzug nach vorn: NPD-Anhänger fürchten kein Verbotsverfahren, sie beantragen selbst eins. Foto: Flickr.com, Thomas Rodenbücher (CC-BY v2.0)

Was zunächst nach einem wirklich gelungenen Scherz klingt, meint die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) tatsächlich ernst: Ihr Vorsitzender, Holger Apfel, hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) angerufen und möchte von den Karlsruher RichterInnen feststellen lassen, dass die Partei „nicht verfassungswidrig im Sinne des Artikels 21 Absatz 2 des Grundgesetzes“ ist. Dafür hat sie nun ein „negatives Verbotsverfahren“ eingeleitet. Nicht nur juristisch gesehen ein völlig aussichtsloses Unterfangen.

Hochkarätige Tagung zu (Geschlechter-)Hierarchien an der RUB
Handlungsunfähig: Ohne Praxisfelder nützt die beste Theorie nichts. Foto: mh

„Gleicher und ungleich zugleich“, so hieß die internationale Tagung, welche am 6. und 7. November an der RUB stattfand, veranstaltet von der Marie-Jahoda-Gastprofessur für internationale Geschlechterforschung, dem Gunda-Werner-Institut der Heinrich Böll Stiftung NRW und der Research School der RUB. Der Untertitel „Neukonfiguration von Macht und flexibilisierten Ungleichheiten“ machte den Pluralismus bereits deutlich, der in den Vorträgen, Workshops und Diskussionen angesprochen wurde. Internationale RednerInnen, gemischtes Publikum; die Tagung hatte einiges zu bieten und war fantastisch organisiert.

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