Gesellschaft
Die Graphic Novel von Peggy Adam thematisiert die Frauenmorde von Ciudad Juárez
Bleibt zunächst ganz cool: Alma lässt sich von Bandenschlägereien nicht beeindrucken. Ausschnitt: avant-Verlag

Es gibt Städte, in denen man gerne Urlaub macht, weil sie nahe am Meer liegen, weil das Bier dort billig ist oder die Kultur so pädagogisch wertvoll. Und dann gibt es Städte, wie das mexikanische Ciudad Juárez. Die kennt man nur aus dem Fernsehen und ist froh dort nicht wohnen zu müssen.

Kunst-Projekt: „We think alone“
Private Korrespondenz: Bleibt zu hoffen, dass die von July „geleakten“ Mails Spannenderes zu bieten haben. Screenshot: www.socialfail.de

Die mannigfaltig begabte Künstlerin Miranda July – Regisseurin, Drehbuchautorin, Schauspielerin, Musikerin und Schriftstellerin – ist seit diesem Juli die Initiatorin eines einzigartigen Performancekunst-Projektes für die Stockholmer Konsthall. Es handelt sich um das sogenannte „We think alone“-Projekt. Von der Hollywood-Prominenz über erfolgreiche SportlerInnen bis hin zu gleichgesinnten KünstlerInnen – Miranda July sammelt die Privatnachrichten der Stars und Sternchen von heute und verteilt diese dann an alle (interessierte) Welt über einen Newsletter.

Das Prinzip „Meins“ hat ausgesorgt!
In sogennanten „Giveboxes“ kann JedeR geben und nehmen was er/sie will, so wie hier in Berlin. Foto: flickr.com / Iwan Gabovitch

(clu) Wir haben. Wir kaufen. Und wir brauchen ständig neue und andere Dinge. Zum Eigentum eines/r Jeden von uns gehört eine unterschiedlich große Anzahl von Dingen. Sie gehören uns. Der Inhalt unseres Kleiderschranks. Bücher, Filme, Spiele, Küchengeräte, Werkzeuge, Sportgeräte und Fahrzeuge. Wenn wir etwas Neues brauchen oder uns wünschen, etwa ein Zelt für den nächsten Urlaub, sparen wir darauf, oder, je nach Kontostand, kaufen es uns neu oder gebraucht. Diese „Meins“-Mentalität ist alt – und (hoffentlich) bald veraltet. Denn mit dem Internet werden immer mehr Möglichkeiten eingeführt, wie wir Dinge, die wir gerade wirklich brauchen, auch bekommen können, ohne sie haben zu müssen. Nutzen statt besitzen lautet die Devise! 

Bochumer Kumpels schreiben „Punk-Geschichte“
Stinkefinger Olé: Punk fürs Bücherregal. Umschlag/Cover: Henselowsky Buschmann Verlag

(dh) Vor dem Fiege und dem Hansa war die gemischte Tüte… So könnte in betongrauer Vorzeit die Kiosk-Karriere des einen oder anderen Ruhrpott-Punks begonnen haben. Ob das Konzept heute noch zieht? Nicht nur anne Bude, sondern vielleicht sogar in die nächste Buchhandlung? Was die Bochumer Musikfans Dennis Rebmann und Phillip Stratmann mit Schmackes zwischen zwei Hardcover-Deckel gepresst haben, lässt sich als gemischte Tüte jedenfalls gut beschreiben: Keine Klümpchen, dafür rund 30 Jahre Punk-Geschichte aus dem Pott, aufgearbeitet in einem bunten Mix aus Interviews, Gastbeiträgen, Songtexten, Fotos und Porträts sind Anfang des Monats im Ruhrgebiets-Verlag Henselowsky Boschmann erschienen.

Plus-Size-Models erobern die Modebranche
Sheila Ryan verkörperte ein gesünderes Schöheitsideal als das auf den heutigen Laufstegen. Foto: Yank - The Army Weekly / wikimedia commons

(Jacq) Kurven statt Knochen! Immer mehr DesignerInnen wählen „Plus-Size-Models“ zu ihren Musen – auf den Laufstegen gibt es nach der langen Dürrezeit also wieder ‚mehr‘ zu sehen und das Bild der Magermodels wird der Modewelt allmählich verwiesen. Dürfen wir zu guter Letzt drei Kreuze machen?

Essen: ‚Kultur von unten‘ politisch offenbar unerwünscht
Die Bärendelle: Essener Leerstand geräumt.

(dh) AktivitstInnen des sogenannten „Plenums Bärendelle“ hatten am vergangenen Montag (22.7.) ein leerstehendes Schulgebäude in Essen besetzt. In dem über 100 Jahre alten denkmalgeschützten Haus an der Bärendelle wurde vor zwei Jahren der Frohnhausener Hauptschulbetrieb eingestellt. Während die Stadt nach InvestorInnen sucht, verfällt das Gebäude zusehends – ein Leerstand von vielen im Ruhrgebiet, die ideenlos verwaltet werden. Nur zwei Tage später, am Mittwochmorgen (24.7.), wurde die Schule nach einem Amtshilfeersuchen der Stadtverwaltung durch die Polizei geräumt – doch die Diskussion geht weiter.

Edelgard Bulmahn berichtete an der Ruhr-Uni aus der Enquete-Kommission
Wie misst man zukünftig Wohlstand? PoBi-Referentin Lena Borsch begrüßt Edelgard Bulmahn an der RUB. - Foto: AStA RUB

Es sind besondere und große Themen, die den Bundestag bisweilen dazu bewegen, eine Enquete-Kommission einzuberufen. „Enquete“ ist aus dem Französischen übernommen und bedeutet soviel wie „Untersuchung“. Die Aufgabe von Enquete-Kommissionen ist es, grundlegende Fragen der Gesellschaft zu untersuchen und eine Bestandsaufnahme über einen Themenkomplex zu leisten. Auf deren Grundlage sollen dann die Abgeordneten in die Lage versetzt werden, zu neuen Themen, die gesellschaftsweite Relevanz besitzen, konkrete Gesetzentwürfe zu beraten. In diese Kommissionen entsenden alle im Bundestag vertretenen Parteien Abgeordnete und berufen zusätzlich Sachverständige aus der Wissenschaft.

„Bochum schreit nach einem Projekt wie uns!“
Das Projekt macht Schule: Standorte der MentorInnen-Programme in Deutschland. Karte: rockyourlife.de / Google Maps

„Rock Your Life!” nennt sich das neue MentorInnenprogramm in Bochum von StudentInnen für HauptschülerInnen. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, „ehrenamtlich Schüler aus sozial, wirtschaftlich oder familiär benachteiligten Verhältnissen mit einem strukturierten Coachingprozess auf dem Weg in den Beruf zu begleiten.“ Der zweijährige Coachingprozess soll die SchülerInnen dabei unterstützen, ihr individuelles Potential zu entfalten, sie in ihren Fähigkeiten, Talenten und Visionen zu stärken sowie ihre Perspektiven zu erweitern.

Die interessantesten Kulturprojekte beim Sparkassen-Voting
Sparkassen-Aktion füllt leere Künstlerkassen in Bochum. Foto: mar
Anlässlich ihres 175-jährigen Bestehens zeigt sich die Sparkasse Bochum spendabel: 175 Bochumer Projekte, Vereine und Initiativen werden mit je 1.750 Euro unterstützt. Wer die Förderung erhält, wird größtenteils über eine Online-Abstimmung bestimmt. Noch bis zum 7. Juli habt Ihr die Möglichkeit, einmal täglich für Euren Favoriten in der Kategorie „Kunst & Kultur“ abzustimmen. Die :bsz stellt Euch ein paar der interessantesten und förderungswürdigsten AnwärterInnen vor.
 
Eine Exkursion der RUB ins Heilige Land
Früh übt sich: Bereits als Kind tragen manche orthodoxe Juden die Peot genannten Schläfenlocken. Foto: koi

Die mittelalterlichen Kreuzzüge sind lange vorbei- trotzdem sind sie in der Rhetorik der Moderne präsenter den je. Ob gegen den globalen Terror oder den Analphabetismus, gerne wird auch in unserer Zeit einmal ein Kreuzzug ausgerufen. Im Gegensatz zu letzteren besteht bei den Kreuzzügen des Mittelalters aber die Möglichkeit der wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Auf den Spuren der Kreuzfahrerstaaten reiste jetzt eine Gruppe DozentInnen und Studierender des Historischen Instituts der RUB für eine Exkursion nach Israel und Palästina.

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