Gesellschaft
Der Limburger Bischof Tebartz-van Elst erhitzt (noch immer) die Gemüter
Lächeln dank Luxus: Bischof Tebartz-van Elst. Foto: Christliches Medienmagazin pro

Seit einigen Wochen beschäftigen sich Medien und Öffentlichkeit mit dem Skandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Die Baukosten der neuen bischöflichen Residenz des Bistums Limburg sorgen für Wirbel in der katholischen Kirche. Offenkundige Maßlosigkeit und realitätsfremde Bauvorhaben prallen gegen das christliche Grundverständnis vieler Bürgerinnen und Bürger. Auch in Bochum sorgt das Verhalten des Bischofs für Kopfschütteln.

Interview mit dem Veranstalter vom „Rottlicht“-Fest im Westend
Rotzig, doch mit hochwertigem Programm: Flugblätter für das Rottlicht-Fest. Illustration: R15

Am kommenden Samstag, den 26. Oktober, wird die Rottstraße in der westlichen Innenstadt gesperrt. Grund: Ein vielfältiges Kunst- und Mitmach-Programm auf der Straße im Rahmen des „Rottlicht“-Festes. Mit der Rottstraße verbinden einige das erfolgreiche Off-Theater mit der Hausnummer 5, manche einen Teil des Offline-/Kreativ-Viertels Bochums, die meisten aber wohl Sexshops und Peepshows. Dazu passt dann ja auch der Name der Festes. Veranstalter Martin Zöpel versichert allerdings, dass es ein jugendfreies Fest wird. Die :bsz sprach mit dem Besitzer der Kneipe R15, der das Potential des Viertels ins Licht der Öffentlichkeit rücken will.

Bundeswehrstand auf Berufsbildungsmesse mit Hausverboten durchgesetzt
An die Luft-gesetzt: Friedensprotest auf die Straße verbannt, Foto: Ulrich Lange

In bisher beispielloser Weise setzte die Stadt Bochum auf der von ihr organisierten Berufsbildungsmesse im RuhrCongress am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche einen Werbestand der Bundeswehr durch: Allein am ersten Veranstaltungstag wurden laut der Bochumer Polizei, die mit acht Fahrzeugen sowie zivilen Einsatzkräften vor Ort war, Hausverbote gegen 23 FriedensaktivistInnen ausgesprochen, darunter auch mehrere Bochumer Stadtratsmitglieder. Zudem wurden SchülerInnen, die vor der Kongresshalle einen wehrkritischen Flyer mit der Überschrift „Krieg beginnt hier“ erhalten hatten, am Eingang durchsucht und mussten das Info-Material beim Betreten der Messe abgeben. Mit Polizei und Sicherheitsdienst wurde das Hausrecht durchgesetzt und das Recht auf freie Meinungsäußerung unterdrückt, sind sich die Betroffenen einig. Siehe auch :bsz-Kommentar (unten). 

Auch hier gilt die Devise – mit ein „bisschen Geld“ ist fast alles möglich
Keine Chance: Bereits 2009 lag der NC für das Fach Humanmedizin an der Ruhr-Universität Bochum bei 1,1. Foto: ck

Das Studienfach Medizin ist in Deutschland äußerst beliebt und nachgefragt. Viele Abiturientinnen und Abiturienten träumen bereits während und vor der Schulzeit davon, einmal Arzt oder Ärztin zu werden. Dass dieser Traum für viele AbsolventInnen nicht in Erfüllung geht und wie eine Seifenblase zerplatzt, ist keine Seltenheit. Oftmals reicht der Numerus Clausus (NC) nicht aus, um den gewünschten Studiengang studieren zu können. Entweder erfolgt eine Absage durch die „Stiftung für Hochschulzulassung“ (SfH) oder man muss sich mit lästigen Wartesemestern arrangieren. Alternativen gibt es in der Regel nicht – oder vielleicht doch? 

Neuer virtueller Laden für Sexspielzeug hofft auf Kundinnen
Es kommt eben nicht nur auf die Länge an: Bei der Vielfalt an Sexspielzeug kann Beratung nicht schaden. Foto: Flickr.com / lism (CC BY-NC 2.0)

Braucht die Welt noch einen Online-Sexshop? Fragt man die zwei Schweizer Andreas Stockburger und Marc Schlegel, dann offensichtlich schon. Denn wo Frauen in der U-Bahn „Fifty Shades of Grey“ lesen, da schlummert verborgenes Kapital. Und was in der Nachkriegszeit Beate Uhse gelang, wollen auch die beiden jungen Kreativen erreichen: Sexzubehör an die Frau und ihren Liebsten bringen.

Barrieren im Kopf sind auch bei der Entwicklungsarbeit hinderlich
Es ist an der Zeit, schreiend im Kreis zu rennen: Aus der Heimat mitgebrachte Zwänge führen zu gut gemeinten statt guten Resultaten. - Foto: koi

Sie wollen helfen – dürfen aber nicht darüber sprechen. Wer in Entwicklungsprojekten in entsprechend bedürftigen Ländern mitarbeitet, lernt vorher in speziellen Seminaren, wie die zum jeweiligen Thema passenden, offiziellen Sprachregelungen zur Zeit aussehen und wie man sich kulturell anpasst – aber nicht, wie man wirkliche Probleme echter Menschen löst. Am Einsatzort führt das zu Missverständnissen und Frustration auf beiden Seiten.

Die Journalistin Undine Zimmer schildert ihre Kindheit und Jugend am Existenzminimum
Schlechte Karten mit Hartz IV:  Nicht alle HartzerInnen hängen nur rum. - Karikatur: ck/koi

Flachbildschirme, Fastfood, Kinder vernachlässigen und keinen Bock auf Arbeit: So sind sie die Hartz-IVer. Weiß man doch, kennt man doch. Oder etwa nicht? Spätestens nach der Lektüre von Undine Zimmers Buch sind solche Vorurteile jedoch nicht mehr so leicht zu fällen – denn die Autorin beschreibt einfühlsam, wie es sich lebt, wenn alle Anstrengungen vergeblich sind und wie es sich anfühlt, nicht Teil der Gesellschaft sein zu dürfen.

Die absurde Diskriminierung beim Blutspenden
Schwule Blutspender – leider ausgeschlossen. Grafik: ph/mar

Blutkonserven sind auch hierzulande Mangelware. So benötigen nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) 80 Prozent der Bevölkerung einmal im Leben eine Blutkonserve, während nur drei bis vier Prozent der EinwohnerInnen regelmäßig Blut spenden. Im Sommer kommt es in Krankenhäusern bereits häufig zu Engpässen bei der Versorgung mit Blutkonserven, wegen denen nicht-lebenswichtige Operationen verschoben werden müssen. Die Bereitschaft Blut zu spenden nimmt weiter ab und die Gruppe der regelmäßigen SpenderInnen überaltert zunehmend. All die Kampagnen und Aufrufe zum Blutspenden haben diese Entwicklung bisher leider nicht aufzuhalten vermocht. Umso absurder, dass homosexuelle und bisexuelle Männer in Deutschland pauschal von der Blutspende ausgeschlossen werden.

Bärendelle: BürgerInnen für nachhaltige Nutzung, Stadt für Verfall und Zerstörung
Flauschiger Wächter: Die „Mahnwache“ für die Hauptschule Bärendelle war ein gemütliches Nachbarschaftstreffen mit politischer Note. Foto: mar

Am vergangenen Freitag fand vor der im Juli besetzten und nach wenigen Tagen von der Polizei geräumten Hauptschule Bärendelle in Essen-Frohnhausen eine „Mahnwache“ statt. Die OrganisatorInnen, die Bürgerinitiative Bärendelle, setzen sich für eine sinnvolle Nutzung des seit zwei Jahren leerstehenden Gebäudes ein.

Leichtathletik-WM: Proteste gegen das „Anti-Homosexuellen-Gesetz“
Jubel für Putin? Die mehrfache Goldmedalliengewinnerin Jelena Issinbajewa befürwortet offenbar die repressive russische Politik. Foto: Wikimedia Commons / Erik van Leeuwen (bron: Wikipedia)

Letzte Woche fand die Leichtathletik- WM im Moskauer Luschniki-Stadion – derselben Stätte wie schon bei den Sommerspielen 1980 – statt. Nachdem damals viele Länder die Spiele aus politischen Gründen komplett boykottierten, gab es auch in diesem Jahr Kritik an der Russischen Regierung. Allerdings in kleinerem Rahmen. Verschiedene SportlerInnen demonstrierten gegen das russische Anti- Homosexuellen-Gesetz und verstießen damit bewusst gegen Richtlinien, die eine strikte Trennung des Sportwettbewerbs von politischer Meinungsmache vorsehen. Der friedliche Protest mit kleinen Gesten bekam Lob aber auch Kritik.

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