Stefan Moll (stem)

Stipendium. Stipendien stehen im Ruf, vor allem für Überflieger gemacht zu sein und wirken gerne auf Studierende abschreckend, die weder die besten Noten noch den beispielhaftesten Studienverlauf haben. Auf das Gefühl, immer mehr tun zu müssen und zu können antwortet nun die Hamburger Hochschule für bildende Künste (HFBK) mit einem Stipendium, das das Nichtstun belohnt. Es geht dabei um die Frage „Welche Handlungen kann ich unterlassen, damit mein Leben keine negativen Folgen für das Leben anderer hat?“ Anstatt nach Erfolg und Wirksamkeit, solle man heutzutage nach Folgenlosigkeit streben und sich fragen, wie man auch dadurch einen gewünschten Zustand erreichen kann. Die drei Gewinner:innen werden von einer vierköpfigen Jury ermittelt und erhalten je 1.600 Euro. Außerdem werden sie im Rahmen der Kunstausstellung „Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben“ von Projektinitiator Friedrich von Borries vorgestellt. Ganz ohne ein paar Finger in die Tasten zu hauen, geht jedoch auch die Bewerbung für das Nichtstun-Stipendium nicht. Denn zumindest ein paar Fragen muss man beantworten: „Was wollen Sie nicht tun?“ „Wie lange wollen Sie es nicht tun?“ „Warum ist es wichtig, genau das nicht zu tun?“ und „Warum sind sie der*die Richtige, das nicht zu tun?“ Die Bewerbungsfrist dauert noch bis zum 15. September und steht für jede:n offen. Weitere Infos auf tinyurl.com/nichtstun-stipendium.

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Zum zehnten Todestag

Dokumentaion. „Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien“ zeigt die Kunst des Oberhausener Künstlers, der viele Diskussionen auslöste. 

Proteste wegen vermuteten Wahlbetrugs

Demonstrierende atmen auf nach Woche von gewaltsamer Repression 

In Belarus sind am Wochenende rund 200.000 Demonstrierende auf die Straßen gegangen, um gegen den autoritären Präsidenten Lukaschenka zu protestieren.

Ermittlungen laufen

Todesfall. In Hagen wurde ein Mann im Rollstuhl von der Notaufnahme abgewiesen und starb kurze Zeit später. Derzeit wird auf unterlassene Hilfeleistung ermittelt.

Unigeschäfte vor dem Aus
Joachim Schaten: Seit 1982 leitet er die Unibuchhandlung. Bild:stem

Schließung. Das Campusleben zeichnet sich auch durch die lokalen Geschäfte aus, die seit langer Zeit Studierende auf ihrem Weg begleiten – einige davon stehen nun vor dem Aussterben. 

Verkehrsdemo

Mobilität. Bei einer Demonstration forderten die Teilnehmenden autofreie Innenstädte. Ihre Forderungen werden auch durch wissenschaftliche Studien unterstützt. 

Senatsbeschluss

Glauben. Mit einem Senatsbeschluss führt die RUB als erste deutsche Uni eine Regelung zur Freistellung von allen Religionsangehörigen bei Klausuren ein.

Geschäfte. Wenn der Auftakt des Wintersemesters im Oktober keine Rückkehr des Handels bringt, muss die Unibuchhandlung Schaten im Januar schließen, gibt Buchhändler Joachim Schaten preis. Der Semesterstart ist traditionell die Zeit, in der Umsätze generiert werden, die die geringeren Verkaufszahlen in den Folgemonaten ausgleichen und so Miete und Löhne finanzieren. Doch mit dem Online-Semester finden nur wenige Studierende ihren Weg zum Unicenter, das durch seine Entfernung vom restlichen Teil der Stadt auf die Einkäufe der Studierenden angewiesen und stärker und länger als andere Einzelhandelsgebiete von der Corona-Pandemie betroffen ist. Erst jüngst gab die Ruhr-Uni bekannt, dass das Wintersemester einem Hybridmodell zwischen Online-Lehre und Präsenzveranstaltungen folgen wird. Eine vollständige Normalisierung für die Uni-Geschäfte lässt sich also nicht vermuten. Aufgrund der Struktur der Überbrückungshilfen von Bund und Ländern falle die Unibuchhandlung Schaten zudem durch das Raster von Rettungsgeldern. Ein ausführlicher Bericht über den Zustand des Einzelhandels an der Uni erscheint in der nächsten :bsz-Ausgabe. Wer allerdings jetzt schon helfen möchte, kann vor Ort im Unicenter Bücher kaufen, oder diese online auf schaten.buchhandlung.de bestellen. Durch die Buchpreisbindung haben diese dieselben Preise wie auf Amazon und sind versandkostenfrei.

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HoPo

Hochschulpolitik. Bei der vergangenen Sitzung des Studierendenparlaments wurden gleich mehrere Anträge beschlossen – unter anderem entsteht bald eine Kooperation zwischen dem AStA und der Stadtbücherei Bochum.

 

Mit The Waterfall II veröffentlichten die Psychedelic-Pop-Größen von My Morning Jacket nach fünf Jahren Stille jüngst den Nachfolger zu dem 2015 veröffentlichten Album The Waterfall. Das Album, dessen Songs zur selben Zeit wie das Vorgänger-Album enstanden, liefert erneut den Mix aus Psychedelic Rock, Pop, Southern Rock und Jazzelementen, der die Band kennzeichnet, doch leider auch wenig überraschende Klänge. 2020 scheint allerdings generell das Jahr der Rückkehr von Künstler:innen, die die Rock-Landschaft der 90er und 2000er prägten, zu sein. Erst vor kurzem gab auch die Band Bright Eyes  mit der EP Mariana Trench und der Ankündigung eines neuen Albums ihre Rückkehr nach rund einem Jahrzehnt bekannt. Bereits die EP Mariana Trench fasziniert durch seine komplexen Klänge und einem Mix aus tanzbaren (Mariana Trench) klangkräftigen (One and Done) und vor innerer Zerissenheit strotzenden (Persona Non Grata) Songs. Vielleicht ist ein wenig Vertrautheit und die Rückkehr von Künstler:innen aus vorpandemischen Zeiten genau das, was wir in diesem Jahr brauchen.

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