Jan-Krischan Spohr (kjan)
Die Ansprüche an russische Künstler:innen

Staatsnahe, russische Presse wird im Zuge des Angriffes auf die Ukraine mit Einschränkungen und Verboten belegt. Doch auch ein mehr oder weniger inoffizieller Kulturboykott gegen Künstler:innen, Musiker:innen und andere Kunstschaffende ist Teil der Sanktionen. 

Bochum stellt einen Plan zum Kilmaschutz und zur Abwehr der Folgen des Klimawandels zur Diskussion. Eine Karte und eine Dialogplattform luden zur Teilhabe ein. 

In Zeiten, in denen Extremwettererscheinungen wie Hochwasser, Dürren und stärkeren und vermehrten Stürmen, aber auch Energie-Knappheit und -Abhängigkeit als Themen omnipräsent sind, ist es auch wichtig darauf zu blicken was lokal gegen den Klimawandel getan wird. Auch Bochum kann auf kommunaler und städtischer Ebene einen Beitrag zum Klimaschutz und der Abfederung der Auswirkungen des Klimawandels leisten, und es ist an den Wähler:innen, diesen Einsatz auch von ihren Vertreter:innen einzufordern. Die Vorhaben und Ziele der Stadt Bochum sollen im „Klimaplan Bochum 2035“ festgehalten werden. Dieser soll in Zusammenarbeit mit den Bürger:innen Bochums entstehen, welche an den Inhalten und deren Umsetzung beteiligt werden sollen. Im Dezember 2021 wurde bei einer Auftaktveranstaltung dieser Plan ins Leben gerufen. Zum Zweck der Teilhabe wurden hier zwei Unterpunkte eingerichtet: Einerseits gab es den „Klimadialog“. Dort konnte man vom 28. März bis zum 28. April diesen Jahres Ideen und Impulse zu verschiedenen Themen abgeben. Die leider allzu kurze Laufzeit der Kampagne liegt nun schon einige Monate hinter uns. Noch bis zum 30. September läuft jedoch die „Klimamap“ unter bochum.klimamap.de. Dort geht es um die auch in Bochum spürbaren Auswirkungen des Klimawandels und wo diese lokal besonders deutlich würden, und entsprechende Schutzmaßnahmen nötig wären. Gefahrenhotspots bei Hitze, Starkregen und Starkwind, Maßnahmenvorschläge oder auch ganz simple Empfehlungen, wo die Stadt Bochum noch ein paar mehr Bäume gebrauchen könnte, können hier eingetragen und nachgeschaut werden. 

Ein Jahr nach den großen Überschwemmungen von 2021, die auch Bochum betrafen, fordert das „Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung“, aus diesen Ereignissen langfristig zu lernen. Dazu gehöre nicht nur eine grünere Stadt, sondern auch ganz explizite Maßnahmen im besonders betroffenen Dahlhausen. Natürliche Flächen sollten geschützt, statt versiegelt werden, so die Initiative. Die Ergebnisse der Kampagne „Klimaplan Bochum 2035“ und deren Auswertung werden sicherlich interessante Impulse für die Zukunft der Ruhrgebietsstadt unter dem Stern des Klimwandels geben.                                                                                                                                                                                                            

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Nach Entscheidung gegen einen Schlagersong brodelt der Sumpf

Es gibt nichts neues unter der Sonne. Vor allem nicht bei den sich ewig wiederholenden Diskussionen um vermeintliche Cancel Culture und Zensur. Ein gutes Beispiel ist der vermeintliche „Diskurs“ um einen sexistischen Schlagersong.

Förderung.Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist eine Institutioer Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist eine Institution die für die Förderung von Wissenschaft und internationalen Kooperationen steht. 350 Hochschulen sind beteiligt und 135.000 Forschende wurden 2021 finanziell unterstützt, in Form von Stipendien, Finanzieren von Projekten, Dienstreisen und vielem anderen. Entgegen vorherigen Versprechen im Koalitionsvertrag will die Bundesregierung nun jedoch dem DAAD die Gelder kürzen. Gab es 2021 noch 204 Millionen Euro, wird es 2022 laut aktuellen Plänen nur 195 und 2023 nur 191 Millionen geben. Nun befürchtet das DAAD, dass diese Kürzungen ihre Fähigkeit, Stipendien zu verleihen, einschränken wird. Bereits im aktuellen Haushaltsjahr muss demnach das Angebot eingeschränkt werden. Knapp 6.000 Stipendien seien bedroht und rund 700 Langzeitstipendien würden pro Jahr wegfallen. Besonders internationale Studierende könnten unter den Folgen der Kürzungen zu leiden haben. Das würde auch Deutschland als Forschungsstandort schwächen, so DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee. In einer Pressemitteilung vom 8. Juli kritisierte er die Kürzungen scharf, forderte, dass sie zurückgenommen werden und zwar „auch für unsere befreundeten Partnerorganisationen, die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und das Goethe-Institut, die ebenfalls von Kürzungsszenarien betroffen sind“. Begründet werden die Kürzungen mit den „multiplen Krisen“, also der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg, die auch den Bundeshaushalt schwächten. Viele Menschen hatten ihren Unmut über die Vorgänge bereits öffentlich verkündet. Auch mit Blick auf das 100 Milliarden Euro schwere Sondervermögen Bundeswehr, gibt es Kritik an den Prioritäten der Bundesregierung beim Thema Finanzierung und Einsparungen.                          

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Wissenschaft. Die Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität fördert den Nachwuchs. Zu diesem Zwecke gibt es nun erstmalig den „Young Science Best Medical Paper Award“. Noch bis zum 31. August kann man dort ein Paper einreichen, wenn man die Bedingungen zur Teilnahme erfüllt, und somit die Chance auf einen von drei Preisen haben. Teilnehmen können jene, die in einer Arbeitsgruppe oder Klinik der Fakultät promovieren, bereits promovierte Ärzt:innen oder wissenschaftliche Mitarbeiter:innen dort sind. Die Promotion darf maximal drei  Jahre zurückliegen und man darf noch nicht habilitiert sein. Außerdem muss man in den Jahren 2019 bis 2021 eine Originalarbeit in einer internationalen Zeitschrift, peer-reviewten Zeitschrift mit Erst- oder Letztautorenschaft und Bochumer Affiliation veröffentlicht haben. Erfüllt man diese Bedingungen und reicht eine Arbeit und die restlichen, benötigten Unterlagen ein, muss man noch bis zum 16. November warten. Bis dahin entscheidet die Kommission „Wissenschaftlicher Nachwuchs“ über die Gewinner:innen. Der Preis für den 1. Platz ist ein iPad air, für den 2. gibt es ein iPad und für den 3. einen Thalia Gutschein im Wert von 100 Euro. 

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Ein Sprengstoffanschlag auf ein Büro der Linkspartei Oberhausen ist eventuell eine weitere Eskalationsstufe in einer Reihe andauernder Bedrohungsszenarien durch Rechtsradikale.

Bei einer Explosion im Partei-Büro der Linken in Oberhausen wurden in der Nacht zum 5. Juli schwere Sachschäden an den Räumlichkeiten verursacht, und auch bei benachbarten Gebäuden sind Scheiben zu Bruch gegangen. Mittlerweile geht die Polizei von einem gezielten Anschlag aus, da ein improvisierter Sprengsatz mit Materialien aus Feuerwerkskörpern im Eingang des Büros platziert und detoniert wurde. Hinweise auf die Täter gäbe es bisher keine, wohl bedingt durch die späte Uhrzeit der Tat haben sich noch keine Augenzeug:innen gemeldet. Eine Polizeisprecherin sprach von Ermittlungen in alle Richtungen. Wegen der politischen Natur des Zieles ermittelt auch der Staatsschutz. Der Oberhausener Fraktionschef Yusuf Karacelik und anderer Personen aus der Linkspartei haben bereits geäußert, dass sie von einem rechten Anschlag ausgehen. In der Vergangenheit seien immer wieder Schmierereien und Aufkleber aus dem Nazispektrum am Büro vorgefunden worden, und auch Drohbriefe seien schon eingegangen. Noch am 5. Juli gab es eine Demonstration mit ungefähr 250 Teilnehmer:innen auf dem Friedensplatz. Ermittlungen in Richtung einer Demonstration gegen die Aufrüstung der Bundeswehr in Berlin, an der auch Mitglieder der Oberhausener Linkspartei teilnahmen, hält der Fraktionschef für falsch und stellte klar, dass dies „keine prorussische Demo“ war. 

Politiker:innen der Linkspartei waren auch mehrfach Ziel von Drohbriefen im Kontext des sogenannten NSU 2.0. Aus „nicht-dienstlichen“ Zwecken wurden beispielsweise die Daten der Bundesparteivorsitzenden von der Polizei Frankfurt und Wiesbaden abgerufen. Eine Frankfurter Polizistin, die Daten der Anwältin Seda Basay-Yildiz abrief, war nachweislich Mitglied einer rechtsradikalen Chatgruppe, und es gibt Vermutungen, dass die privaten Daten der Betroffenen durch den Verfasser eben über solche nicht-dienstlichen Abfragen ermittelt wurden, auch wenn nicht klar ist, wer diese an ihn weiterreichte. Angriffe auf Parteibüros der Linken geschehen immer wieder. So gab es in den letzten Jahren beispielsweise Attacken und Sachbeschädigungen in Leipzig Connewitz, Magdeburg, Querfurt und Augsburg. Besonders im Kontext der Querdenken-Demonstrationen berichteten Oberhausener Antifaschist:innen von Drohungen und Einschüchterungsversuchen durch Rechtsradikale.                                                                                                                                                                                                              

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Ehemaliger Premier erschossen

Der ehemalige Premierminister von Japan, Shinzō Abe, erlag am 8. Juni den Verletzungen, die ihm durch ein Attentat zugefügt wurden. Zwei Tage zuvor hatte ihn ein Attentäter angeschossen. Abe war von 2012 bis 2020 Premierminister des Landes, Mitglied der Liberaldemokratischen Partei und auch zum Zeitpunkt des Attentates noch aktiv in der Politik.  

 

Botschafter abberufen 

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk wurde entlassen. In einem Interview hatte er zuletzt den Massenmord an Jüd:innen und Pol:innen durch den Ukrainer Stepan Bandera geleugnet. Dieser wird in der Ukraine heutzutage als ein Nationalheld gefeiert. Auch wenn die Aussagen auf harte Kritik stießen, wurde die Abberufung nicht als Strafaktion dargestellt. 

 

Rassistischer Angriff 

Am 8. Juli wurde ein SPD-Politiker aus Bayreuth aus wahrscheinlich rassistischen Motiven angegriffen. Der Angreifer verletzte Halil Tasdelen und soll ihn dabei diskriminierend beschimpft haben. Am Samstag wurde ein Tatverdächtiger festgenommen. 

 

Sturm auf Palast 

Bei Protesten gegen die Wirtschaftskrise in Sri Lanka, haben hunderte Menschen den Präsidentenpalast gestürmt. Die Bevölkerung gibt der Regierung die Schuld an der Knappheit von Kraftstoff, Lebensmitteln und Medikamenten. Präsident Rajapaska hat mittlerweile seinen
Rücktritt angekündigt.    

  :kjan

 
Eine konstruierte Kontroverse?

Die Humboldt-Universität Berlin hat einen Vortrag einer Doktorandin abgesagt. Wegen transfeindlicher Aussagen in einem viel diskutierten „Welt“-Gastbeitrag, war Protest gegen die Durchführung angekündigt worden. 

 

 

Die Humboldt-Universität Berlin hat einen Vortrag einer Doktorandin abgesagt. Wegen transfeindlicher Aussagen in einem viel diskutierten „Welt“-Gastbeitrag, war Protest gegen die Durchführung angekündigt worden. 

Die Humboldt-Universität Berlin hat einen Vortrag einer Doktorandin abgesagt. Wegen transfeindlicher Aussagen in einem viel diskutierten „Welt“-Gastbeitrag, war Protest gegen die Durchführung angekündigt worden. 

:Bsz Buchrezension

Hintergründe und Auswirkungen verschiedener Bindungsstile, Trauma und Strategien und Tipps trotz allem sichere und gesunde Beziehungen zu führen, das will „polysecure“ von Jessica Fern bieten. 

CSD in Bochum

Die diesjährige Demo zum Christopher Street Day ist vorbei. Impressionen aus den Redebeiträgen, von der Demonstration und den Inhalten, die am vergangenen Samstag in Bochum auf die Straße gebracht wurden. 

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