Zehn Jahre RUB im Spiegel der :bsz – Ausstellungsstart im Stadtarchiv
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Attentate und nackte Haut: Ausstellungsmacher und :bsz-Redakteure Alex (l.) und Uli präsentieren das Rohmaterial für unsere Jubiläumsausstellung. Foto:joop
Attentate und nackte Haut: Ausstellungsmacher und :bsz-Redakteure Alex (l.) und Uli präsentieren das Rohmaterial für unsere Jubiläumsausstellung.

In die Vergangenheit zu reisen, ist kein leichtes Unterfangen, selbst wenn mit einem Zeitungsarchiv reichlich historisches Material zur Verfügung steht. Dennoch wagt die :bsz einen Abstecher in die Jahre 1967 bis 1977: In der Ausstellung „Avantgarde und Alltag – Die frühen Jahre der RUB“, die am 25. Februar im Bochumer Stadtarchiv startet, wird die wilde Jugend der dienstältesten Studierendenzeitung Deutschlands wieder lebendig.

Das 50-jährige Jubiläum der Ruhr-Universität Bochum ist momentan allgegenwärtig. Die Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung ist nur wenig jünger als die RUB, schließlich war sie nicht einmal das erste studentische Zeitungsprojekt an der damals noch jungen Uni – dafür aber das langlebigste: Die :bsz ist die am längsten kontinuierlich erscheinende deutsche Studierendenzeitung. Das in der Ausstellung thematisierte erste Jahrzehnt :bsz-Berichterstattung ist zwar nicht deckungsgleich mit der ersten RUB-Dekade, doch passt dies zum Ziel, die studentische Sicht jener Zeit als Kontrast zur offiziellen Perspektive darzustellen.

Archivarbeit gab den Impuls

Den Anstoß dazu gab Jan Freytag, der im vergangenen Jahr als Archivar Ordnung ins Chaos von hunderten :bsz-Ausgaben brachte – lagerten diese doch bis dato nur in Stapeln und Kartons. Er sah die Chance, mehr zu tun als nur Altbestände zu katalogisieren.

„Die Idee, eine Ausstellung aus dem Archivmaterial zu erstellen, wuchs über die Zeit“, sagt er. „Je länger ich über den Zeitungen gebrütet habe und je tiefer ich in die Materie eingestiegen bin, desto stärker wurde der Wunsch und die Überzeugung, die großen Geschichten über Revolten und Protest, aber auch die kleinen über den Alltag der Studierenden, ihre Sorgen und ihre Schöpfungskraft, einem größeren Publikum näher zu bringen.“

Zwischen Vorreiterrolle und Nichtigkeiten

Mit der Redaktion konzipierte Freytag die Ausstellung, die anhand von Zeitungsausschnitten ebenso die Themen Protest und Konflikt beleuchtet wie Kurioses oder Werbung in einer ans aktuelle Design angelehnten Form ­aufbereitet.

„Es sind gerade die Geschichten von und über die Studierenden, die Alltäglichkeiten, die eine Geschichte der frühen Jahre der RUB aus Sicht der :bsz interessant machen“, meint Freytag. „Eine Universität lebt von ihren Studierenden und nicht von den Hoffnungen und dem Gestaltungswunsch von Ministerialbeamten. Die Ausstellung soll gerade diesen Alltag zwischen dem Gefühl, eine Voreiterrolle in der Gesellschaft übernehmen zu können und den Nichtigkeiten des Alltags, wie etwa dem Weg zur Universität, zu schildern.“

Mit der Vernissage am Mittwoch, 25. Februar, zieht die Ausstellung bis zum 18. März ins Stadtarchiv. Danach gastiert sie vom 25. März bis zum 17. April im Blue Square.

:Die Redaktion

Zeit:punkt

Vernissage: 25. Februar, 18 Uhr

Danach bis 18. März im Stadtarchiv, Wittener Straße 47

Di-Do 10-18 Uhr

Sa, So, Feiertag 11-17 Uhr

Eintritt frei

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