DSW-Kampagne „Kopf braucht Dach“ für mehr bezahlbaren Wohnraum
Wohnraumknappheit für Studis nimmt zu
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Symbolisch das Studierendenwohnheim Erlenkamp: Um weiterhin ausreichend Wohnraum schaffen zu können, muss die Förderung durch Bund und Länder erhöht werden. Bild: tom
Symbolisch das Studierendenwohnheim Erlenkamp: Um weiterhin ausreichend Wohnraum schaffen zu können, muss die Förderung durch Bund und Länder erhöht werden.

Wohnen. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) startet die Kampagne „Kopf braucht Dach“. Kernforderung: „Mehr staatliche Unterstützung für Neubau und Sanierung der Wohnheime“. Denn Wohnraum für Studierende wird immer knapper.

Zu Beginn des Wintersemesters 2017/18 werben die 58 im DSW organisierten Studierendenwerke bei der Politik auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene für mehr bezahlbaren Wohnraum. Grund dafür: Für die bundesweit 2,8 Millionen Studierenden wird dieser in Hochschulstädten immer knapper. Mit der Kampagne „Kopf braucht Dach“ verstärkt das DSW einmal mehr die seit längerem bestehende Forderung nach einem Hochschulsozialpakt für Neubau und Sanierung von Wohnheimen. DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde erklärt die politische Dimension wie folgt: „Die Wahl des Studienorts darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Bezahlbarer Wohnraum, das ist nicht nur Privatsache. Das ist eine Frage der Bildungsgerechtigkeit“ und erläutert dahingehend: „Sozialverträgliche, bezahlbare Mieten, die sich am BAföG orientieren, können die Studentenwerke bei Neubau und Sanierung nur realisieren, wenn sie von der Politik mit Zuschüssen unterstützt werden.“

Bund und Land

Markus Fels, Pressesprecher des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, erklärt, der Neubau von Studierendenwohnheimen liege laut Grundgesetz in der Verantwortung der Studierendenwerke und würde teilweise mit Zuschüssen der Länder gefördert. „Auch die Hochschulbauförderung sowie die Förderung des sozialen Wohnungsbaus liegen seit der Föderalismusreform 2006 in der alleinigen Zuständigkeit der Länder.“ Die erweiterten Kooperationsmöglichkeiten für Bund und Länder im Rahmen der fakultativen Gemeinschaftsaufgabe, im geänderten Artikel 91b GG festgehalten, hätten daran nichts geändert. Es heiße dort weiterhin ausdrücklich, „dass die Förderung von Bauten der studentischen Fürsorge wie Wohnheime und Mensen grundsätzlich Länderaufgabe bleibt“.

Verena Hoppe, Pressesprecherin des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, erklärt: „Die Landesregierung unterstützt die Studierendenwerke, weitere Wohnheimplätze zu schaffen und die Situation der Studierenden zu verbessern.“ Konkret bedeute dies, dass bis 2019 insgesamt 40 Millionen Euro für Neubau und Sanierung „besonders bedürftiger Studierendenwohnheime“ bereitgestellt würden. Auch wenn noch keine konkreten Forderungen nach einem Bund-Länder-Hochschulsozialpakt an das Ministerium herangetragen worden seien, decke sich das Bestreben des DSW nach einer Verbesserung der sozialen Infrastruktur an den Hochschulen mit den Interessen des Ministeriums. 

Unser Studi-Werk

Das Bochumer Akafö unterstützt die Forderungen des DSW: „Wir wünschen uns mehr Förderung, das ist klar. Es lohnt immer, die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Versorgung der Studierenden zu verbessern. Daran arbeiten wir täglich und da sind Fördergelder aus den Ministerien natürlich hilfreich“, erklärt Pressesprecher Marian Thöne. Die Situation in Bochum sei zwar dahingehend nicht so gravierend wie etwa in Berlin, Hamburg oder München. Aber: „Trotzdem – oder gerade deshalb – wünschen auch wir uns einen Hochschulsozialpakt.“ Das Akafö befasst sich derzeit übrigens damit, mit dem Irrglauben aufzuräumen, dass Wohnheimplätze nur zu Semesterstart zur Verfügung stünden. Studierende können sich ganzjährig auf die Plätze bewerben.

:Tobias Möller