Von Euch für Euch: Ein Theaterstück über die Leiden von Plastikpuppen
Wird die Studiobühne zum Kindheitstraum?
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Quietschbunt: Das Ensemble „Pinky ohne Brain“ bei ihrer Probe.	    Foto: kac
Quietschbunt: Das Ensemble „Pinky ohne Brain“ bei ihrer Probe. Foto: kac
Hat nicht jedes Kind einmal den Traum, dass die Spielsachen zum Leben erweckt werden? Dass sie sprechen können und wir live miterleben, wie ihre Welt funktioniert? Theaterwissenschaftsstudentin Caroline Königs zeigt kommendes Wochenende im MZ ihr zweites Theaterstück und erfüllt sich diesen Traum.
 
Sechs Fashionista-Puppen, die nach ihren Eigenschaften benannt sind, leben in der rosafarbenen Dreamvilla zusammen mit einem Schweinchen und dem einzigen Mann Kenny. Ihre Lebensbestimmungen scheinen Fitnessübungen und Modeshows zu sein.
Eingesperrt streiten sie sich um den begehrten Kenny. Um sich nicht an die Gurgel zu gehen, haben sie Fashion-Gebote aufgestellt, doch nicht jede hält sich an diese, Sweetly spielt ihre Mitbewohnerinnen gegeneinander aus. Creativy hat vergessen, die Telefonrechnung zu bezahlen, da sie zu sehr damit beschäftigt ist, Kaffee einzuschenken. Cheeky ist traurig, da sie nicht weiß, was ihr Name bedeutet und wer sie eigentlich ist. Sugary fühlt sich überflüssig, da Sweetly süßer als sie ist. Athlety hat keinen anderen Lebensinhalt als ihre Muskeln. 
Die Lage spitzt sich weiter zu: Creativy schüttete in ihrer Schusseligkeit Kaffee über den Bauch eines Obdachlosen. Die Fashionistas laden ihn gegen seinen Willen in ihre Dreamvilla ein und zwingen ihn, mit Creativy als Strafe für ihre Tollpatschigkeit die Kleidung zu tauschen. Im Laufe des Stücks stellt sich heraus, dass der Obdachlose mehr über die Fashionistas weiß, als ihnen lieb wäre.

Wie alles begann

Die Autorin und Regisseurin, Caroline, arbeitete neben ihrer künstlerischen Tätigkeit auch als Ghostwriterin für eine Werbeagentur. Die Inspiration zu diesem Stück fand sie in einem Arbeitsauftrag, indem sie über die neue Barbie-Reihe Fashionistas schreiben sollte. „Ich hätte nie gedacht, dass Barbie noch tussigere und oberflächlichere Puppen raus bringen kann“, erklärte die Regisseurin entsetzt. Sie beschäftigte sich mit den Kurzfilmen „Barbie – Life in the Dreamhouse“, um ihren Werbetext präziser zu schreiben. Allmählich begann sie, die Idee zu entwickeln, dass solche geistlosen Objekte in einem Theaterstück durch den Kakao gezogen werden müssten – die Umsetzung könnt ihr Euch diese Woche im MZ anschauen.
 
:Katharina Cygan
 
 
Die Aufführung von „Der obdachlose Otto und die Fashionistas – ein ultratragisches Theaterstück über die Leiden der rosafarbenen Plastikpuppen ist der prägnante Titel“ findet am 16. Mai und am 17. Mai auf der Studiobühne des Musischen Zentrums der Ruhr-Universität Bochum statt. 
 
Der Eintritt ist frei. Einlass ab 19 Uhr, Beginn ab 19.30 Uhr. Um Kartenreservierung wird gebeten: Caroline.Koenigs@rub.de