Ein Blick Deutschlands mögliche Zukünfte
Wie sieht die Zukunft aus?
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Kartographieren für die eigene Zukunft: Szenariovariationen gelten etwa für 5 bis 10 Jahre. Bild: sat
Kartographieren für die eigene Zukunft: Szenariovariationen gelten etwa für 5 bis 10 Jahre.

Vortrag. Ein Wandel in der Gesellschaft lässt sich erkennen: In der Vortragsreihe „Umbrüche“ gibt der Zukunftsforscher Alexander Fink mit der Szenariotechnik Einblicke in Deutschlands „Zukünfte“.

Das Leben mit Smartphones und dem ständigen Zugang zum Internet war vor 20 Jahren kaum vorstellbar und änderte unser Leben und die Gesellschaft gravierend. Was heute ein Trend ist, kann morgen schon wieder out sein. Im Blue Square eröffnete Dr. Alexander Fink die Vortragsreihe „Umbrüche“. Das Motto: „Ein Blick in die Zukunft“. Seine Methode: Die Szenariotechnik.

Diese ist eine Methode zur strategischen Planung der Zukunft, die meist in der Politik und Wirtschaft angewandt wird. Dabei werden mögliche Zukünfte anhand von hypothetischen Situationen, Ereignissen und Trends durchgespielt, um auf Prozesse und dann auf die nötigen Entscheidungen aufmerksam zu machen. Neben der Darstellung der hypothetischen Zukünfte werden Strategien entwickelt, wie eine bestimmte Zukunft anzusteuern ist oder welche Alternativen es gibt, um eine bestimmte Zukunft nicht zu erhalten. Dabei rät Fink, sich weder auf alle Szenarien, noch auf nur ein Szenario zu konzentrieren, sondern etwa drei mögliche und auch gewollte Zukünfte auszusuchen und darauf hin zu arbeiten.

Deutschland  2030

Die Szenariotechnik wurde auf Deutschland angewendet. Die über 3,2 Trillionen möglichen Varianten verdichteten die Forscher auf acht Szenarien. Eine grobe Einteilung der Szenarien erfolgte zwischen den Extremen der Ich- oder Wir-Orientierung und dem Spektrum weltoffen oder abgeschottet. Unter der Kategorie „Spurtreue Beschleunigung“ befinden sich drei mögliche Zukunftsszenarien, bei denen die heutigen Entwicklungen weitergeführt werden: 1. Wohlfühl-Wohlstand 2. Spaltung trotz wirtschaftlichem Erfolg und 3. unaufhaltsamer Abstieg. Diese Szenarien verbindet zwar Offenheit, doch gehen damit eine Ich-Ausrichtung und Materialismus einher. Eine zweite Kategorie mit dem Titel „Neue Horizonte“ verfolgt,  wie die erste Szenariengruppe, einen offenen und liberalen Ansatz, doch mit der Tendenz zur Wir-Gesellschaft und zur ökologischen Nachhaltigkeit. Die Entwürfe tragen die Namen Freiheitszenario, Vielfaltszenario und Renaissance der Politik. Gegenübergestellt sind die Kategorien „Bewusste Abkopplung“ und „Alte Grenzen“. Ersteres ist ein Verzichtsszenario mit einem Fokus auf Binnenwirtschaft. Weitere Merkmale sind Regionalisierung der Strukturen und Entkopplung von Arbeit und sozialer Sicherheit vom Einkommen. Bei „Alte Grenzen“ gäbe es eine Renationalisierung der Politik mit autoritären Strukturen; Statusdenken und Traditionen hätten Konjunktur.

Fink präferierte alle Szenarien aus dem Feld „Neue Horizonte“ und manche aus dem Bereich „Spurtreue Beschleunigung“. 

:Sarah Tsah

 

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