Interessante Diskurse über die Definition der „Arbeiterklasse“
Was ist „die Arbeiterklasse“?
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Kein Schnee von gestern: ArbeiterInnensolidarität findet man auch noch heute. Bild: mag
Kein Schnee von gestern: ArbeiterInnensolidarität findet man auch noch heute.

Polit-Talk. Veranstaltung im Schauspielhaus Bochum macht sich Gedanken über die verschiedenen Aspekte der ArbeiterInnenklasse. 

In der Eve Bar erwarteten vergangenen Mittwoch die BesucherInnen ein Gespräch über die Definition und die Entwicklung der ArbeiterInnenklasse im Ruhrgebiet. Der Dramaturg des Schauspielhaus Simon Meienreis initiierte die dreiteilige Veranstaltung und moderierte sie gemeinsam mit dem Journalisten Tom Thelen. Eingeladen waren Prof. Stefan Berger, Direktor des Instituts für soziale Bewegungen,  die Bochumer Linken-Politikerin Hannah Bruns sowie das Ehepaar und die beiden ehemalige OpelmitarbeiterInnen Anny und Thomas Schmitz. Neben den theoretischen Aspekten wie der Beschreibung Marx von der Entstehung der ArbeiterInnenklasse, berichtete das Ehepaar Schmitz auch über ihre persönlichen Erfahrungen bei den Geschehnissen im Opelwerk. „Tut schon weh, wenn man sieht: 50 Jahre einfach weg“, berichtete Anny Schmitz. Sie und ihr Mann sprachen von der Solidaritätserfahrung, die sie während der Streiks miterlebten. Der lebensnahe Bericht war bei dem Publikum beliebt: „Besonders gefallen hat mir, dass verschiedene Interessengruppen vertreten waren: Politik, Wissenschaft und auch Arbeiter“, erzählt Katja, Studentin aus Dortmund.  

Künstlerische Einschübe

Die Schauspielerin Juliane Fisch leitete die einzelnen Themenabschnitte mit kurzen Lesungen von passenden Textauszügen ein. Zum Beispiel las sie aus dem Essay „Bürgerliche Werte: ‚Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat‘“ von Frank Schirrmacher. Er war Journalist und Buchautor und beschrieb in seinem Essay die Krise der bürgerlichen Politik. Den Abend begleitete Ruhrpott-Liedermacher Frank Baier mit musikalischen Stücken. Seine humorigen Texte lockerten die ernsten Themen auf. Etwa mit Zeilen wie „Jau wat ist dat schön im Kohlenpott – und wat wird für die Malocher all getan“, aus einem Lied, das von den schlechten Arbeitsverhältnissen handelt. 

An den nächsten Terminen werden die Diskussionen um jeweils 20 Uhr weitergeführt. Am 4. Januar liegt der Schwerpunkt auf der Kunst und Kultur der Arbeiterklasse. Der dritte Teil wird im Februar stattfinden und die Aspekte der Digitalisierung behandeln.

:Maike Grabow

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