Die :bsz-Redaktion kommentiert die Presseschelte der Opposition
Wagner-Debatte nimmt neue Wendung
Karte: Reporters sans frontières
Das Beachten der Pressefreiheit ist lässig. Karte: Reporters sans frontières
Das Beachten der Pressefreiheit ist lässig.

(Die Redaktion) Die Debatte um das Ring-Festival RUB hat in der letzten Woche eine erneute Wendung genommen. Die B.i.e.r.-Liste und die Grünen warfen der :bsz vor, „unsauber gearbeitet zu haben“ und verweigern seitdem eine inhaltliche Stellungnahme zu der Debatte. Gleichwohl betrieben beide Listen eine unschöne Kampagne gegen einzelne :bsz-RedakteurInnen und verdrehen die Tatsachen ihrerseits. Dem völlig normalen Umgang, dass man auf Presseanfragen eine Antwort schreibt, die den eigenen Standpunkt erläutert, sind nur die Jungsozialisten (Jusos) nachgekommen.

Die Kritik der B.i.e.r.-Liste und der Grünen teilt die Redaktion nicht. Wenn die B.i.e.r.-Liste durch ihre Parlamentarierin Denise Welz kritisch anfragen lässt, ob sich der AStA bei der finanziellen Förderung des Ring-Festival RUB über die antisemitische Haltung Wagners im Klaren gewesen und ob dies in die Förderentscheidung eingeflossen sei, muss die Rückfrage erlaubt sein, worauf die Nachfrage abzielt. Soll bei bestimmten studentischen Initiativen vor der finanziellen Förderung eine „Gesinnungsprüfung“ stattfinden? Und in welchen Fällen soll das wie durchgeführt werden? Darauf bleiben die Oppositionslisten die Antwort schuldig. Es bleibt im Raum stehen, dass „Wagner“ ein Reizwort ist, das für die Grünen, die B.i.e.r.-Liste und auch für die Jungen Liberalen als Anfangsverdacht offensichtlich ausreicht. Ob das Ring-Festival von einem AStA aus Grünen, B.i.e.r.-Liste und Liberalen finanziert worden wäre?

Biere und Grüne gegen Journalisten

Die Debatte hat sich längst von Wagners Opern auf ein neues Feld verlagert. Auf ihren Homepages und auf Facebook diffamieren B.i.e.r.-Liste und Grüne einen unserer Redakteure massiv mit haltlosen Anschuldigungen. Wir sind der Meinung: Wenn ein Pressebericht mal nicht genehm ist, stellt man das richtig, ohne JournalistInnen persönlich anzugreifen. Gerade von Denise Welz, Carsten Mielke, Michael Wolf oder wer von der B.i.e.r.-Liste sonst für die Veröffentlichungen verantwortlich ist, hätte man mehr erwarten können. Schließlich legen sie selbst Wert auf Anonymität im Netz und nennen ungern ihre eigenen Namen. Klar kann man Anfragen der Presse mit Verweis auf mangelndes Vertrauen zu einem/einer RedakteurIn zurückweisen. Will man sich aber nicht dem Vorwurf der Missachtung der Pressefreiheit aussetzen, sollte man eine Antwort verfassen, wenn zugesichert wird, dass die Redaktion eineN andereN RedakteurIn mit dem jeweiligen Artikel beauftragt. Die :bsz-Redaktion hat genau das getan und trotzdem äußern sich Grüne und B.i.e.r.-Liste nicht zur Sache. Da liegt der Schluss nicht weit, dass ihnen die Sache mittlerweile etwas peinlich ist und sie die Debatte deswegen auf ein anderes Feld zu übertragen suchen.

Presseschelte hilft nicht weiter

B.i.e.r.-Liste und Grüne werfen der :bsz vor, dass nicht kenntlich gemacht worden sei, dass die kritische Einordnung ihrer Anfrage an den AStA bezüglich der Förderung des Ring-Festival RUB „unsauber“ gewesen sei. In unserem Artikel dazu heißt es: „Auf Nachfrage (…)“. Da hätten wir „der :bsz“ hinzufügen können – aber ganz im Ernst: Für eine „Satire-Liste“ wie die B.i.e.r.-Liste ist das schon etwas spießiges Erbsenzählen. Außerdem behaupten sie, dass es nie ihre Intention gewesen sei, eine „Gesinnungsprüfung“ von Initiativen zu fordern. Dazu halten wir fest, dass ganz klar auf Seiten der B.i.e.r.-Leute völlige Unkenntnis über das Ring-Festival herrschte. Worauf soll es denn hinauslaufen, wenn die B.i.e.r.-Liste den AStA  fragt, ob der Antisemitismus von Wagner in die Förderentscheidung des AStA eingeflossen sei und ob denn mal bei der Initiative nach deren Beweggründen nachgefragt worden sei? Das ist bereits eine Forderung nach Gesinnungsüberprüfung und genau darauf muss hingewiesen werden dürfen – auch von JournalistInnen.

Die Grünen lügen sich die Redaktionsmeinung zurecht

Die Grüne Hochschulgruppe setzt einen anderen Akzent in ihrer Kampagne: Auf ihrer Homepage heißt es aus unerfindlichen Gründen: „Daraufhin wollte genau dieser Redakteur zum Teil suggestiv gestellte Fragen von uns und den anderen hochschulpolitischen Listen beantwortet bekommen.“ Das ist eine bewusste Lüge der Grünen, denen unmissverständlich per Mail ein Fragenkatalog „der Redaktion“ zugegangen war. Noch dreister: Sie unterstellen der :bsz-Redaktion, dass sie (also wir) „die Kritik an ihrem Redakteur teilweise angenommen“ habe. Die zweite dreiste Lüge der Grünen um den Bochumer Ratsherren Karsten Finke. Und um gleich bei ihm zu bleiben: Wörtlich hat er gesagt, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass „die Tochter von Wagner was mit Hitler gehabt habe“. Wenn unser Redakteur daraus macht, dass nicht ausgeschlossen werde könne, dass Wagners Tochter „Sex mit Hitler“ gehabt haben könnte, ist das alles andere als eine „sinnentstellende“ Wiedergabe der Aussagen von Karsten Finke. Es ist vielleicht pointiert, aber auf keinen Fall „sinnentstellend“. Was soll sie denn sonst mit Hitler „gehabt haben“?

Die Redaktion wartet weiter auf Antworten

So einfach machen wir es uns nicht. Die :bsz wird weiter über die Weigerung der Grünen und der B.i.e.r.-Liste berichten, zu der „Gesinnungsprüfung von Initiativen“ Stellung zu nehmen. Und alle Listen haben nach wie vor die Möglichkeit, unsere Fragen zu beantworten. Die Antworten der Jusos veröffentlichen wir in Kürze online.
 

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