Bochumer Rathausplatz: Geflüchtete wollen Beginn des Asylverfahrens
Vom Hungerstreik zum Zeltprotest
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Demonstrieren für den Beginn ihres Asylverfahrens: Geflüchtete auf dem Rathausplatz. Foto: alx
Demonstrieren für den Beginn ihres Asylverfahrens: Geflüchtete auf dem Rathausplatz.
Mit einem Verzicht auf Nahrungsaufnahme fing es an, nun protestieren rund 30 Geflüchtete vor dem Bochumer Rathaus. Ihre Forderung ist die Beschleunigung des Asylverfahrens, welches nach eigenen Angaben seit nunmehr sechs Monaten noch nicht eingeleitet wurde.
 
Es müsse sich etwas verändern, sagt Tareq Aussi, Sprecher der AsylbewerberInnen, die sich zurzeit am Bochumer Rathaus befinden. Seit teilweise sechs Monaten warten die Geflüchteten nun schon auf den Beginn des Asylverfahrens, doch die Ämter aus Dortmund und Bochum schöben sich die Verantwortung wechselseitig zu: „Erst nach einer Zusage für unseren Asylantrag verlassen wir den Platz“, so Aussi.
Auf die Gründe, wieso der Hungerstreik nach wenigen Tagen beendet wurde, möchte Tareq nicht konkret eingehen, betont aber in einem Nebensatz die Feiertage. Kinder und Frauen der Demonstranten seien allerdings vom Hungerstreik ausgenommen gewesen und befänden sich weiterhin in der Notunterkunft. Die Familien lebten seit geraumer Zeit in einer Turnhalle und wünschten sich bald eine Wohnung zu beziehen, zu arbeiten oder zu studieren. Zurzeit hausen die Demonstranten allerdings in wetterfesten Zelten auf dem Bochumer Rathausplatz, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

UnterstützerInnen und Gespräche

Unterstützung für die AsylbewerberInnen gibt es unterdessen von der Medizinischen Flüchtlingshilfe und der Partei Die Linke. So betont Amid Rabieh, Sprecher der Bochumer Linken: „Die Stadt Bochum steht in der Pflicht, für eine menschenwürdige Unterbringung der hier Schutzsuchenden zu sorgen. Wir unterstützen ausdrücklich den berechtigten Protest der Geflüchteten nach einer Verbesserung ihrer Unterbringungssituation.“
Laut Radio Bochum sei es allerdings schon zu einem Gespräch zwischen den DemonstrantInnen, dem Sozialamt und dem AusländerInnenbüro der Stadt gekommen. Dabei hieß es, dass die Bearbeitungszeiträume des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nicht zu beeinflussen seien.
 
:Alexander Schneider