Dystopisch, futuristisch und innovativ
Terminator mal anders

In naher Zukunft herrscht ein neuer Kalter Krieg. Dazu gehört ein geheimes Wettrüsten bei der Entwicklung von Cyborgs und humanoiden Robotern. Der Wissenschaftler Vincent ist ein für das Militär tätiger Experte auf diesem Gebiet. Er erschafft einen neuartigen Roboter in Frauengestalt, der über eine künstliche Intelligenz mit Bewusstsein, Gefühlen und Persönlichkeit verfügt. Das Militär ist jedoch nur an einer gehorsamen Tötungsmaschine interessiert. Skrupellose Vorgehensweisen führen zu einer drastischen Eskalation der Ereignisse.

„The Machine“ ist ein gut gemachter und tiefgründiger, düsterer Science-Fiction-Thriller. Es handelt sich nicht um einen Action-Film, sondern um eine sich langsam und ruhig entwickelnde emotionale Geschichte. Dass der englische Film nur ein Budget von weniger als einer Million Pfund hatte, hat die gestalterischen Möglichkeiten natürlich begrenzt. Regisseur Caradog W. James hat dafür einiges daraus gemacht. Wer bei Science Fiction mehr an Charakteren und Realismus orientiert ist, als an aufwändigen Effekten und Inszenierungen, der ist bei diesem ungewöhnlichen Film richtig.

Die Atmosphäre erinnert etwas an den dystopischen Genre-Klassiker „Blade Runner“ und einige Elemente sind bewusst daran angelehnt, so wie auch die Filmmusik ein wenig der von Vangelis für jenen Film kreierten ähnelt. Vor allem die schlichten Kulissen verhindern es jedoch, dass „The Machine“ ästhetisch an solch ein Werk heran reichen kann. Dafür ist die innovative Behandlung des Cyborg-Themas sehr gelungen, wie auch die Gestaltung der im Mittelpunkt stehenden künstlichen Frau.

Die athletische Caity Lotz spielt die „Maschine“ hervorragend – und hat in diesem Film zudem all ihre Stunts selbst durchgeführt. Der von Toby Stephens gespielte Wissenschaftler vermag dagegen wenig zu berühren. Die Cyborgs werden ungewöhnlich gut dargestellt, wobei die Nebendarstellerin Pooneh Hajimohammadi positiv auffällt. Alles in allem ein sehr sehenswerter Film, der als Inspiration für andere Filme dienen kann.

:Gastautor Patrick Henkelmann

 

Autor(in):