Leserbrief
Studium als Chance

Leserinbrief. In ihrer letzten Ausgabe bezeichnet die Redaktion der :bsz ein Studium als „Scheiße” – für mich bedeutet Studium: Chance.

In der Ausgabe 1152 vom 20. Dezember rechnet die Redaktion in ihrem Kommentar „Der schleichende Bologna-Putsch“ mit der einstigen Reform des Hochschulwesens ab und knüpft Verbindungen zur nicht existenten Wahlbeteiligung bei der vergangenen StuPa-Wahl: Durch Bologna sei studentische Mitbestimmung aufgrund mangelnder Zeit nicht möglich. Der Campus sei möglicherweise „ohne DemokratInnen“. Die Studierenden seien politikverdrossen.
Ich denke, Bologna ermöglicht europäische Integration und fördert die internationalen Verbindungen von Studierenden. Leistungsdruck? Schaut man sich im aktuellen StuPa um, scheint Bologna kein Hindernis für ausgedehntes, lebenslanges Lernen und studentische Mitbestimmung zu sein.
Die geringe Wahlbeteiligung ist blamabel, jedoch sehe ich die Auslöser dafür weder in Bologna noch in allgemeiner Politikverdrossenheit. Die Informationsangebote für Studierende sind da, Wahlinformationen werden per Mail verschickt und fast alle Listen sind auf Facebook aktiv. Wer Informationen haben will, bekommt sie auch.
Ich glaube, das Kernproblem liegt in mangelnder Transparenz und fehlender Effizienz des Studierendenparlaments und des AStA. Es scheint, als hätte man von Seiten der Koalition bisher Machenschaften gar nicht transparent machen wollen. Für Studierende wirkt es deshalb, als seien die Gremien nur zur Dekoration und nicht Vertreter der studentischen Interessen. Wer Themen angeht, die Studierende wirklich betreffen, der erreicht sie auch.
Ein Studium kann der Grundstein für eine gute Zukunft sein. Natürlich muss man dafür auch was leisten – ich wünsche mir wieder mehr Bewusstsein dafür, dass der organisierte Zugang zu Bildung auf der Welt leider nicht selbstverständlich ist. Ich bin froh, als Frau in Frieden studieren und gute Bildung erhalten zu können.

 

Vorsitzende der Jungliberalen an der RUB

:Charline Kappes

 
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