Ein Studi wohnt selten allein
Studis allein zuhaus
Bild: Archiv
„Das Wohnheim Auf der Papenburg – trotz Pandemie noch recht gut besucht.“

Wohnheim. Studierende sind diejenigen, die nicht nur bei den Impfungen gerne mal vergessen werden. Während von Öffnungsperspektiven für Kitas und Schulen gesprochen wird, gibt es keinen konkreten Plan für die Unis. Doch während die Dozierenden nach fast zweieinhalb Onlinesemestern so langsam einen Plan haben, sieht die Situation in den Wohnheimen etwas anders aus. Was passiert mit dem privaten und studentischen Leben? Diese Fragen beantwortet Konstantin Schauerte, Sprecher des Wohnheims Auf der Papenburg. 

:bsz: Wie hat sich das studentische Leben in den Wohnheimen seit der Pandemie verändert?

Konstantin Schauerte: Das ist auf ein absolutes Minimum runtergefahren worden, weil schlicht und ergreifend die ganzen Wohnheimsaktivitäten wie Barabende, die Sauna  und die Küche alle zugemacht wurden, sogar die Schlösser abgeschraubt wurden, da kommt man überhaupt nicht rein. Und weil das der Haupttreffpunkt für Wohnheimsleben bei uns ist, hat das das Wohnheimsleben komplett heruntergefahren. Das Einzige, was man jetzt noch hat, ist, dass gelegentlich Leute draußen auf den Treppen sitzen oder vor dem Wohnheim, wenn das Wetter schön ist.

Was ist mit Onlineveranstaltungen speziell für Wohnheimslebende?

Es kommt drauf an, was man genau machen wollen würde, aber das ist schwierig mit der Satzung zu vereinbaren. Unser Hauptproblem ist, dass wir nicht wirklich befugt sind irgendetwas vernünftig zu machen, denn unser Heimrat ist nun fast drei Semester alt. Eigentlich bräuchte man einen neuen Heimrat mit frischen Leuten, dafür müsste man die aber erstmal wählen, mit einer Heimratsversammlung, die kriegt man online gar nicht zusammen. Und bei sonstigen Aktionen ist das Problem, dass viele neue Leute ins Wohnheim gezogen sind, was die Kommunikation bei denen ein bisschen vorbeiführt, das macht das Ganze schwer zu organisieren. 

Wird das Geld, das ihr als Heimrat jetzt bekommen würdet, aufgespart, da es aktuell keine Veranstaltungen gibt?

Ja, das wird jetzt aufgespart. Eigentlich geht das immer für das Sommerfest des Wohnheims drauf, den Glühweinabend und Halloween und für die Barabende an sich, das sammelt sich jetzt einfach so an. Und das wird wahrscheinlich in ein großes Sommerfest investiert werden.

Wie hat sich die Kommunikation zum AKAFÖ verändert?

Die Kommunikation war eher suboptimal. Wir haben vom AKAFÖ selbst nicht so viele Informationen erhalten, was wir aber hatten ist die Wohnheimsrunde mit allen Sprecher:innen, wo jemand vom AKAFÖ dabei war. Das ist das Hauptsprachrohr, über das wir Infos bekommen haben.

:gust

 

Knapper Wohnraum trotz Online-Semester

Trotz der Corona-Pandemie und den damit zusammenhängenden sinkenden Erstsemestler:innenzahlen, den Finanzierungsroblemen vieler Studierenden und der Tatsache, dass zahlreiche Studis, vor allem zugezogene, im letzten Jahr wieder ins Elternhaus zurückgekehrt sind, um Wohnkosten einzusparen, ist studentischer Wohnraum im Ruhrgebiet offenbar nach wie vor knapp. Das geht zumindest aus den Antworten des Studierendenwerks Dortmund und des Akademischen Studienwerks (AKAFÖ) auf eine Anfrage der :bsz hervor. Das AKAFÖ ist nicht nur für die Ruhr-Universität Bochum, sondern auch für die Hochschule Bochum, die Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, die Technische Hochschule Georg Agricola, die Hochschule für Gesundheit und die Westfälische Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen zuständig. Ihm zufolge bewarben sich vor Corona sechs Studierende auf ein Wohnheimzimmer, zuletzt waren es noch immer zwei bis drei. Auch der Wohnraum, den das Dortmunder Studierendenwerk anbietet, ist nach wie vor restlos ausgebucht. In konkreten Zahlen heißt das, das AKAFÖ hat nach wie vor circa 4.200 und das Studierendenwerk Dortmund derzeit rund 2.600 Mieter:innen. Mieteinbußen haben beide Studentenwerke  entsprechend nicht. Für den Pandemieschutz haben sie für ihre jeweiligen Einrichtungen Hygienekonzepte ausgearbeitet, die etwa verstärkte Reinigungen, Abstandsregeln, die Schließung von Gemeinschaftsräumen und spezielle Auflagen beim Ein- und Auszug umfassen. Das AKAFÖ stellt zudem spezielle Quarantäne-Apartments zur Verfügung, für den Fall, dass Mietende in Isolation müssen. Derweil bemängelt das Dortmunder Studierendenwerk, dass sich von Seiten der Mieter:innen wiederholt nicht an die vorgeschriebene Corona-Schutzverordnung gehalten worden sei und dass man „die entsprechenden Personen mietvertraglich ermahnt“ habe.

:lewy