Kunstakademie Münster: KünstlerInnen luden zur Ausstellung ihrer Werke ein
Selbstironie in der Krise
Foto: tims
Ungewöhnliche Position: In dieser Klasse ragen die Leinwände in den Raum hinein. Foto: tims
Ungewöhnliche Position: In dieser Klasse ragen die Leinwände in den Raum hinein.

Der Rundgang 2016 der Kunstakademie Münster verwandelte den Leonardo-Campus vom 3. bis 7. Februar in eine riesige Ausstllungsfläche mit Festivalatmosphäre. Neben klassischer Malerei wurden aktuelle Tendenzen der Alltagsästhetik und der Trashkultur thematisiert. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit der Comedy-Show „THE 3RD thing“, einem Stand-Up-Comedy-Programm, das sich mit der aktuellen Flüchtlingsdebatte einmal anders auseinandersetzt – und überzeugt.

Ortsfremde müssen sich erst einmal auf dem riesigen Areal des Leonardo-Campus  zurechtfinden. Diese Orientierungslosigkeit verliert sich jedoch, sobald die BesucherInnen eigene Schwerpunkte innerhalb der Ausstellung setzen oder der Menschenmasse folgt – und dabei womoglich das günstige Münsteraner Landbier genießt.

Für Prof. Maik Löbbert, Rektor der Kunstakademie, „ist der Rundgang ein ganz wichtiges Element in der künstlerischen Lehre“; müssen die Studierenden doch eine eigene Auswahl der Exponate treffen und dabei auch den aktuellen Zeitgeist treffen oder eine eigene Richtung vorgeben.

Julian Reiser zeichnet seine Portraits auf dem Kopf und möchte damit „die Menschen maskieren“, Frederike Brenseler aus der Klasse von Henk Visch bringt zwei Gummi-Schweine zum Sprechen, indem ein Metallelement das jeweilige Tier eindrückt. Neben diesen Arbeiten zeigt der Rundgang auch diverse Videoproduktionen,  Kurzfilme und eine Stand-Up-Comedy-Show, welche die aktuelle Flüchtlingssituation ganz eigen interpretiert.

Drachentanz und aktuelle Debatten

Die „Klasse Mik“ der Kunstakademie war total überfüllt. Mit einem Paukenschlag sowie einem tanzenden Drachen begann dann die Abschlussveranstaltung „The 3RD thing“. Tsao I-Min, der Moderator des Programms, führte die ZuschauerInnen durch die zum Teil obskure Show, die geprägt war vom Aufzeigen fremdenfeindlicher Witze und gewürzt wurde mit viel Selbstironie. Ein humoristischer Abend mit grenzwertigen Beiträgen, welche die aktuelle Diskussion adäquat zusammenfasst und den Rundgang gelungen abrundete.

:Tim Schwermer

zeit:punkt

Ähnlicher RUNDGANG: Dortmund unterirdisch

Nächster Termin:

Samstag, 27. Februar 2016, 11 Uhr, Dortmunder U – Zentrum für Kunst und Kreativität