Neue Ruhrtriennale, neue Intendanz: Das Festival der Künste
Sei umschlungen, Ruhrgebiet!
Foto: tims
Nicht die einzige Spielstätte bei der Ruhrtriennale, aber für BochumerInnen sicherlich die bekannteste: Die Jahrhunderthalle Bochum – eine Institution der Ruhrtriennale. Foto: tims
Nicht die einzige Spielstätte bei der Ruhrtriennale, aber für BochumerInnen sicherlich die bekannteste: Die Jahrhunderthalle Bochum – eine Institution der Ruhrtriennale.

Mit neuer Intendanz und zugleich neuer Ausrichtung geht die Ruhrtriennale in seine fünfte Runde. Vom 14. August bis 26. September verspricht das größte Kulturfestival Deutschlands vor allem internationale Produktionen in gewohnt ungewohnten Spielstätten. Wagners „Rheingold“ – inszeniert vom neuen Intendanten Johan Simons – ist auf dem ersten Blick sicherlich die bekannteste Produktion, doch natürlich nicht die einzige. Für Studierende gibt es 50 Prozent Rabatt in allen Kategorien. Den Anfang macht die Eröffnungsfeier „Ritournelle“.

„Seid umschlungen“ ist das Leitmotiv der Ruhrtriennale für die kommenden drei Jahre unter dem neuen Intendanten Johan Simons. Der Spruch aus Friedrich Schillers Ode „An die Freude“, später vertont in Beethovens 9. Sinfonie, soll genau das ausdrücken, für was das Ruhrgebiet steht: auf der Suche nach einer neuen Identität, einem neuen Sinn – „eine geographische wie geistige Umarmung, verstreut über das ganze Gebiet“, sagt Simons. Kulturelle Unterhaltung, aber zugleich mit kritischem Gesellschaftsblick, ist freundlich und offen, darf aber auch unangenehme Fragen stellen.

Internationale Ausrichtung – übersichtliches Konzept

Der Niederländer ist bereits ein Ruhrtriennale-Urgestein und war unter seinem Vorgänger Heiner Goebbels für zahlreiche Produktionen verantwortlich. Anders als Goebbels möchte Simons die Triennale „moderner und internationaler“ machen und zudem das vernachlässigte „Schauspiel“ wieder integrieren. Mit „Die Franzosen“ des renommierten polnischen Regisseurs Krzysztof Warlikowski in der Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck wird die europäische Gesellschaft des 19. und 20. Jahrhunderts im Umbruch aufgezeigt und auf der Triennale uraufgeführt.  „Millions, Millions, Millions“ geht den Millionen Fragen der Jugendlichen im Ruhrgebiet nach, die mit unterschiedlichen Migrationsgeschichten Struktur in das Chaos der heutigen Zeit bringen möchten. „Das Rheingold“ von Richard Wagner inszeniert der neue Intendant Johan Simons neu und möchte „weg von Bayreuth etwas Neues Schaffen“. Vielleicht erwartet den Triennale-BesucherInnen in den kommenden drei Jahren der komplette „Ring“ von Wagner. Insgesamt will sich die Triennale noch weltoffener und zugleich einfacher präsentieren. Statt dickem Programmbuch wurde eine übersichtliche Karte und eine Programmzeitung erstellt.

Die Spielstätten - Zwischen Schlossatmosphäre und Riesenscheune

Gewohnt ungewohnte Spielstätten haben bei der Ruhrtriennale eine lange Tradition. Doch sowohl die Zeche Zweckel in Gladbeck mit  Schlossatmosphäre als auch die abgelegene Kohlenmischhalle der Zeche Lohberg in Dinslaken versprechen ein besonderes Festspielgefühl. Die Eröffnungsveranstaltung „Ritournelle“ (siehe Termine) in der Jahrhunderthalle Bochum sorgt für musikalische Highlights wie „The Notwist“ oder elektronische Klänge von „Caribou“ im gesamten In- und Outdoorbereich. Studierende bekommen auf Eintrittskarten 50 Prozent Rabatt. Zudem gibt es Last-Minute-Tickets (30 Minuten vor Vorstellungsbeginn) für 10 Euro. Alle Infos und Tickets unter ruhrtriennale.de.

:Tim Schwermer