8 Punkte-Plan gegen Verstöße gegen die DSGVO
Scheiß auf DSGVO – ist doch nur ne Handynummer
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Symbolbild

Kommentar. Mit der Wiedereröffnung der Gaststätten und Restaurants haben sich nicht nur neue Freiheiten ihren Weg zurück in den Alltag gebahnt, sondern auch neue Richtlinien. Und Risiken. 

Neuer Alltag ist eingekehrt, abends in eine Bar gehen? Mittags ins Restaurant? Mit Einschränkungen und unter Einhaltung bestimmter Regeln wie dem Tragen einer Mund-Nase-Abdeckung (deren korrekte Tragweise für einige Menschen noch immer eine intellektuell unüberbrückbare Hürde darzustellen scheint) und  unter Angabe von persönlichen Daten zur Nachvollziehbarkeit von Infektionsketten quasi kein Problem mehr. Schwierigkeiten treten erst auf, wenn nach dem Brunch mit den Freund:innen eine unbekannte Nummer einem schreibt: „Hey (Name). Ich habe dich heute bei XYZ gesehen. Wollen wir uns kennenlernen?“ Zu dumm, wenn niemand einen angesprochen hat, geschweige denn, dass man die Nummer weitergegeben hätte. Skurril. Wie kommt dieser Mensch an die eigene Nummer? Ein verdutztes „Kennen wir uns? Woher hast du die Nummer?“ wird wohl die angemessene Reaktion sein. Nach einigem Hin und Her stellt sich heraus woher. Der anonyme Schreiberling ist die Bedienung aus dem Lokal. Fix wird sich also die Coronamaßnahme zur Angabe von Kontaktdaten für die Beendigung des eigenen elendigen Singledaseins zu Nutze gemacht.
Ich möchte brechen, wenn ich mir diese Situation vorstelle. Dieses Verhalten ist an so vielen Enden unter aller Sau. Die Coronamaßnahme, die mich vor einer Erkrankung schützen, oder mich möglichst schnell über eine eventuelle Infektion informieren soll, wird zum Kontaktkrücke für rückgratlose Servicekräfte. Meiner Meinung nach ist es auch höchst unprofessionell sich an ein:e Kund:in ranzumachen und eine Handynummer zu erfragen, aber das steht auf einem anderen Blatt. Wenn ich also im Rahmen der professionellen beruflichen Distanz der potenzielle Liebe meines Lebens im Café nicht meine Handynummer auf die Quittung schummeln möchte, habe ich doch noch immer diverse andere Möglichkeiten. Social Media eröffnet unendliche Weiten im Universum der ausgefeilten Stalkingskills. Und auch davon ab gibt es unzählbare andere Wege Kontakt herzustellen, die weniger cringy und illegal sind, als die DSGVO zu umgehen.
Das ganze Szenario fußt maßgeblich auf Respekt. Ich gebe meine Daten nicht in dem Lokal an, weil ich ungefragt an einem um fünf Ecken gedachten blind-Speeddate teilnehmen möchte. Dementsprechend darf ich auch guten Gewissens erwarten, dass der:die Betreiber:in des Lokals und ebenso die Angestellten sich daran halten und dafür Sorge tragen, dass ebendies nicht passiert und mich dem folgend nicht zum:r Teilnehmer:in einer bizarren Datingshow machen. Um Dir den Weg einfacher zu machen, hier ein paar Hinweise zu Verhaltensweisen, die eindeutig weniger gruselig sind als der Missbrauch der Daten vom Corona-Kontaktformular:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

:Kendra Smielowski