Rock im Revier: Provisorium in der Veltins-Arena etabliert sich
Premiere im Pott
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Rockten das Publikum mit ihrem Symphonic Metal und guter Laune: Epica aus den Niederlanden. Foto: mar
Rockten das Publikum mit ihrem Symphonic Metal und guter Laune: Epica aus den Niederlanden.

Bei den Fans hinterließ Rock im Revier auf Schalke gemischte Gefühle: Die einen vermissten die typische Festival-Atmosphäre, die anderen genossen eine ungewohnte Nähe zu den KünstlerInnen.

Es war einfach nicht das, was man erwartet hatte, und dennoch waren es drei unvergessliche Tage. Wie auf Festivals üblich ,konnten die BesucherInnen bei Rock im Revier campen, aber das war für den Großteil Nebensache. Von den insgesamt 43.500 Rockfans verbrachten lediglich 4.000 ihre Nächte im Zelt. Kein Wunder also, dass die von den VorbestellerInnen erhoffte Open-Air-Atmosphäre nur bedingt aufkam.

Herausragend waren die Bühnenshows der Headliner, die es jedes Mal schafften, das Publikum mitzureißen. Metallica, Muse und KISS gehörten zeitgleich zu den Garanten für vollere Hallen. Und so kamen unweigerlich Fans aus weiten Teilen Deutschlands, um ihre Idole zu sehen. Offensichtlich wurde das am Straßenbild, das von den stimmigen Band-Shirts geprägt wurde. Je nach Tag passte es sich nämlich dem jeweiligen Headliner an, was schon einen gewissen Charme hatte.

Auf Schalke bot die Arena mit ihren Rock-Acts meist eine ungewohnte Nähe, denn schwer war es selten, in die erste Reihe vorzustoßen. Doch das war kein Nachteil: KünstlerInnen mischten sich gerne mal unter die ZuschauerInnen, wie beispielsweise die Deez Nuts („Word Is Bond“) oder Triggerfinger („I Follow River“) und waren auch für einen kurzen Plausch gerne zu haben.

Erfolg für VeranstalterInnen

Die VeranstalterInnen blicken positiv auf das Festival zurück und kündigen schon die Fortsetzung von Rock im Revier im nächsten Jahr an. KritikerInnen mögen sagen, dass das Festival kleinere Schwächen hatte. Doch sollte man wertschätzen, dass es  innerhalb von nur acht Wochen organisiert wurde. (Ursprünglich sollte es als Grüne-Hölle-Festival am Nürburgring stattfinden) Das macht auch die ZuschauerInnenzahlen verständlich, denn die Umstände entsprechen zum Vergleich einem Verkauf bei Ebay, der nur 1 Tag läuft. Und jeder weiß, dass die VerkäuferInnen dabei nicht angemessen verdienen.

Abschließend lässt sich sagen: Das Rock im Revier punktete weniger durch Atmosphäre, überzeugte dafür voll mit seinem eigentlichen Ziel: Rock!