Hamburger Studie ist eine Blamage für die Universität
Nicht überall, wo Studie draufsteht ...
cc0
Symbolbild

Studie… ist auch Studie drin. Das zeigt die äußerst fragwürdige Arbeit eines Hamburger Physikers sehr deutlich. 

 

Ein Papier eines Physikers von der Universität Hamburg machte in der letzten Woche von sich reden. Denn darin versucht der Nanowissenschaftler Roland Wiesendanger den Ursprung von COVID-19 auf ein chinesisches Labor zurückzuführen. Die Veröffentlichung dieses Papiers kündigte die Universität Hamburg in einer Pressemitteilung an und gab ihr somit ein gewisses Maß an Legitimität, welches die Arbeit jedoch laut den meisten Expert:innen nicht verdient hat. Anstatt einer Studie, die ein peer-review Verfahren durchlaufen hat und basierend auf wissenschaftlichen Methoden zu ihren Schlüssen kommt, handele es sich hierbei um kaum mehr als eine Sammlung von potentiellen Indizien und Quellen, die in ihrer Glaubwürdigkeit zwischen den Ergebnissen von WHO-Untersuchungen und Verschwörungsmythen schwanken und auf der Plattform ResearchGate hochgeladen wurde. Zuerst einmal ist Wiesendanger als Physiker fachfremd und hat beim Thema Virologie und Pandemieforschung keine besondere Autorität. Außerdem wird kritisiert, dass sie nichts weiter tue, als bereits an anderer Stelle veröffentlichte Inhalte zusammenzufassen, ohne eigene Forschung oder Analyse betrieben zu haben. Das Papier besteht nämlich größtenteils aus langen, wörtlichen Zitaten, oftmals nicht einmal aus wissenschaftlicher Literatur. Die als wirklich wissenschaftlich zu bezeichnenden Grundlagen der Arbeit wurden wiederum schon von Teams aus Mediziner:innen und anderen Fachleuten für Pandemien und Viren begutachtet, und brachten die WHO zu dem Schluss, dass eine Herkunft aus einem Labor äußerst unwahrscheinlich ist. Was die Universität Hamburg sich dabei gedacht hat, bleibt fraglich.         
                                   

  :Jan-Krischan Spohr