Kommentar: Windows 10 angetestet: das Startmenü ist zurück und sinnvolle Erweiterungen
Neues Fenster und weniger Kacheln
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Schwarze Leiste, schwarze Zahlen? Werden Microsoft und seine NutzerInnen mit dem neuen Betriebssystem glücklich?	Screenshot: alx
Schwarze Leiste, schwarze Zahlen? Werden Microsoft und seine NutzerInnen mit dem neuen Betriebssystem glücklich?

Microsoft begann mit der Verteilung von Windows 10 ab dem 29. Juli, für ein Jahr kostenlos. Und wer sich für das neue Betriebssystem interessiert und das alte scheute, kann sich freuen: Keine Kachel-Startseite mehr, es gibt einen neuen Browser, virtuelle Desktops und die Sprachassistentin Cortana.

Bevor die eigentliche Auslieferung begann, war es schon ein wenig spooky, als das Windows-Reservierungssymbol in der ­eigenen Programmleiste auftauchte, einfach so, ungefragt. Mit diesem bot Microsoft seinen KundInnen vor dem Start des neuen Betriebssystems Windows 10 an, dieses als erste zu können, sobald es am 29. Juli zur Aktualisierung freigeschaltet wurde.

Die Hardware-Anforderungen sind nicht hoch: 1 GHz Prozessor, 1 GB RAM für 32 Bit oder 2 GB für 64 Bit und 16 GB oder 20 GB Festplattenspeicher. Und dadurch schafft es der Konzern, eine breite Masse an KundInnen anzusprechen, was er auch muss. Denn nach dem Start der Vorgängerversion Windows 8 und 8.1 wurde schnell deutlich, dass viele NutzerInnen sich mit der Kachelstartseite nicht anfreunden wollten. Folglich blieben die KundInnen entweder bei den Versionen Windows 7 oder gar Windows XP. Insofern musste der Hersteller nun alles richtig machen, damit die BestandskundInnen nicht auf Alternativen umsteigen. Es ist also nicht verwunderlich, dass das Update erst einmal kostenlos ist und sich nun als Betriebssystem für alle Plattformen aufstellt: PC, Tablet, Handy. Und ja, Microsoft hat die neunte Version übersprungen, ohne jegliche Angabe von Gründen – vielleicht, um diesmal etwas Rundes zu präsentieren.

Comeback des Startmenüs

Wie sein Vorgänger Windows 8 orientiert sich das Betriebssystem am neuen Verhalten der NutzerInnen, das immer häufiger berührungsbasierte Technologien verwendet und nicht nur mehr an Maus und Tastatur sitzt. Doch während die vorherige Version Kacheln einführte, um dem Trend gerecht zu werden, setzt die aktuelle Version wieder auf das altbekannte Startmenü. Die unbeliebte Kacheloptik bleibt jedoch bestehen, allerdings ohne lästigen (Kachel-)Startbildschirm. Zu den wichtigsten neuen Funktionen zählen zum Beispiel:

Virtuelle Desktops: Sie dienen als Einteilung von Programmfenstern. Wer also mit vielen hantiert, kann diese nun übersichtlicher organisieren und muss nicht in einem Fensterchaos in Verwirrung untergehen.

Neuer Browser: Kein Internet Explorer mehr, dafür „Edge“. Der Browser ist runderneuert, besitzt einen Lesemodus – der nur den Haupttext anzeigt – und bietet eine Cortana-Integration. Im Test lief er problemlos und touch-freundlich. Diese Neuerung gefiel besonders: das Kommentieren von Websites, das sonst kein Browser bietet.

Cortana: Die Sprachassistentin Cortana ist ähnlich wie Siri oder Google Now in das Betriebssystem mit integriert und findet sich in der Programmleiste. Sie legt für Euch zum Beispiel Aufgaben oder Termine an, löst Rechenaufgaben, durchsucht das Internet und Euren PC oder öffnet Programme. Im Test funktionierte es meist fehlerfrei, dafür jedoch leider nur mit der Microsoft eigenen Suchmaschine „Bing“. 

:Alexander Schneider