Wall of Death mit der Familie oder…
Moshpit im eigenen Wohnzimmer
cc0
Symbolbild

Glosse. Wie kann man sich selbst vortäuschen, dass sich Online-Konzerte genauso anfühlen wie normale Konzerte?

Das Bermudadreieck zeichnet sich durch Leere aus, Umtrunks finden digital, Partys und Konzerte aktuell gar nicht statt – oder doch?
Viele Musiker:innen sowie Eventorganisator:innen veranstalten nun digitale Konzerte. Dies kann von einem 15-minütigen Insta-Live mit der Akustikgitarre bis hin zu ausführlich konzipierten Shows mit Kamerateam und Technik führen. Mal ganz abgesehen davon, dass Künstler:innen und Entertainer:innen momentan Unterstützung benötigen, haben die Zuschauer:innen hierbei nun auch die Möglichkeit, Konzerte zu erleben.
Und diese können sich sogar GENAUSO toll anfühlen, wie „richtige“ Konzerte. Alles, was Ihr dafür braucht ist ein kleines bisschen Fantasie und eine Prise Selbstbetrug. Für alle, die darin nicht so geübt sind, hier einige grundlegende Tipps:

1. Schafft Euch Eure gewohnte Konzertatmosphäre: Ihr geht üblicherweise auf Clubkonzerte? Wohnzimmer abdunkeln und ein bisschen Bier verschütten und einwirken lassen, damit Ihr die nächsten Stunden immer wieder auf denselben klebrigen Fleck tretet. Vor Euch stehen sonst immer größere Menschen? Kein Problem, eine Lampe oder ein Kleiderständer können helfen, Euch etwa die Hälfte der Sicht zu rauben. Du gehst eher auf Open Air-Festivals? Na, dann raus mit Laptop, Handy und Co. und auf Balkonien (dem Unwort des Jahres), im Garten oder im Park laut mitgrölen.

2. Ihr habt eigentlich oft nicht genug Geld, um Euch ohne schlechtes Gewissen ein Ticket gönnen zu können? Kein Problem – oder eben doch eins, aber Ihr könnt diese Gewohnheit beibehalten: Für einige Online-Konzerte müsst Ihr ebenfalls zahlen. Also: Egal, ob Eure Lieblingsband umsonst spielt, fürs richtige Konzertfeeling sucht Ihr Euch die Band aus, die Eurer normalen Preisklasse entspricht!

3.Was ist Zeit überhaupt noch? Internationale Konzerte werden oftmals zu ungünstigen Zeiten gestreamt. Da muss man dann schon mal die Zoom-Vorlesung ausfallen lassen und sich verschlafen und im Pyjama beschallen lassen. Einfach viel tanzen, springen und laut genug aufdrehen, dass man die schimpfenden Nachbar:innen nicht hört – schon fühlt es sich wie 22 Uhr an.
Falls Ihr immer noch traurig seid, dass Ihr nicht live dabei sein könnt, geht damit wie echte Konzertbesucher:innen um: Feuerzeug raus oder Handytaschenlampe an und dramatisch im Takt schwingen!

:Charleena Schweda