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Mehr Feminismus von Männern*
Bild: bena
Tampons für alle! Bild: bena
Tampons für alle!

 

Kommentar. Warum ein Umdenken von klassischen Geschlechterrollen, mehr als notwendig ist.

Ein Junge der Ballett tanzt? Pass bloß auf, dass er nicht schwul wird… Du hast den Namen Deiner Frau angenommen? Nicht, dass sie Dir auch noch die Männlichkeit nimmt. Dumme Sprüche, die im Alltag tief verankert sind. Die Angst vor der „Entmännlichung“ im Kindesalter zieht seine Folgen ins Jugend- und Erwachsenenalter. Aber warum geben wir hierbei nur den Männern die Schuld? Sollte sich an der grundsätzlichen Sozialisation was ändern? Ich meine: JA! Männer, die nicht gelernt haben, wie man mit Gefühlen umgeht, was Care-Arbeit ist und wie der weibliche Körper funktioniert, werden sich auf Dauer nicht ändern. Denn ein Mann, der nicht weiß, wie die Periode funktioniert und was es für Kosten mit sich trägt, wird nicht verstehen, warum Frauen auf die Straße gehen und für kostenfreie Hygieneprodukte oder gegen die Pink-Tax demonstrieren. Er wird sich immer fragen, warum er selbst immer benachteiligt wird und warum sich alles nur um Frauen drehe. Dieser Kreis zieht sich weiter bis in den Beruf. So ist ein großes Unverständnis für Menstruationsurlaub vorhanden. Aber auch für Männer, die in manchen Unternehmensbereichen, einen Kinderkrankenschein oder Elternzeit nehmen wollen. Gerade letzteres  ist nur nach langem hin und her durchführbar und wenn er sich für drei Monate Zeit freischaufeln konnte, wird es gefeiert, wie der Weltfrieden.
In diesen Unternehmen sitzen oftmals Männer in der Führungsetage. Jene Menschen, die dafür sorgen könnten, dass mehr Frauen, Trans- oder nicht-binäre Menschen gefördert werden könnten. Dies geschieht nur marginal und wenn, dann in Jungunternehmen oder Start-Ups.
Also getreu dem Motto: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“, sollten Institutionen wie die Schule, aber auch die Eltern ihre Söhne einfach mal heulen und über Emotionen reden lassen. Das fördert nur die Sensibilität sich auch für Frauenthematiken zu öffnen und diese zu fördern.

Und liebe Frauen, degradiert einen Mann nicht in seinem Geschlecht, weil er offen über seine Gefühle spricht oder sich für Frauen einsetzt. Denn auch das führt dazu, dass viele Männer sich einigeln und meinen, dass depressive Phasen ein Zeichen von Schwäche sind. Denn ihr wisst ja Männer sind STARK!

:Abena Appiah