Zu Artikeln aus :bsz 1101 und 1102 zu Preispolitik im KulturCafé und NRW Slam
Leserbrief: Warum kassiert die Univerwaltung so viel von ihren eigenen Studierenden?
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Kulturelle Vielfalt: Sind größere Slams an der RUB finanzierbar? (Im Bild: Tristan Kunkel beim Poetry Slam im KulturCafé). Foto: mar
Kulturelle Vielfalt: Sind größere Slams an der RUB finanzierbar? (Im Bild: Tristan Kunkel beim Poetry Slam im KulturCafé).

In den letzten zwei Ausgaben haben wir mehrfach über die Preispolitik des AStA der RUB berichtet. Anlass war, dass eine Vorrunde des NRW-Slams teurer als üblich im KuCaf war. NRW-Slam-Mitorganisator Sebastian 23 zeigt seine Sicht der Dinge und sieht die Schuldigen woanders.

Ich wollte einmal ganz kurz Stellung beziehen, da die :bsz jetzt ganze drei Artikel dazu gebracht hat, dass die Poetry-Slam-Veranstaltungen unfaire Preise verlangen. Du (Marek – d. Red.) hast da ja noch den ausgeglichensten Kommentar verfasst. Jedoch hast du verpasst, einmal uns zu fragen, warum wir so handeln.

Beim NRW-Slam haben wir nur deswegen mehr Eintritt genommen, um bei allen Vorrunden den gleichen Eintrittspreis zu verlangen und dadurch zu sichern, dass der Wettbewerb nicht verzerrt ist. Der NRW-Slam ist zudem vom Land und der Stadt gefördert gewesen und daher ging es selbstverständlich nicht darum, einen Gewinn zu erwirtschaften – am Ende muss so ein öffentlich gefördertes Projekt eine ausgeglichene Bilanz vorweisen. Ein erwirtschafteter Überschuss (also ein eigentlich kommerzielles Interesse) würde nur dazu führen, dass wir Teile der öffentlichen Förderung zurückzahlen müssten. Es ist also gleich aus mehreren Gründen falsch, uns zu unterstellen, wir verfolgten durch den erhöhten Preis beim NRW-Slam ein kommerzielles Interesse und wollten uns bereichern.

WortLautRuhr arbeitet nicht kommerziell

Was den erhöhten Preis im Audimax angeht: Da sind wir als WortLautRuhr nicht für die Preisgestaltung zuständig, aber ich kann dir genau sagen, warum der AStA so hohen Eintritt nimmt: Das liegt mitnichten an uns, wir erhalten ein Budget, das weit unter dem anderer Campus Slams liegt. Sprich: Auch hier arbeiten wir gerade kostendeckend und können uns glücklich schätzen, dass die SlammerInnen für eine vergleichsweise kleine Aufwandsentschädigung vor so vielen ZuschauerInnen auftreten. Die Kosten für das Audimax sind einfach extrem hoch, da liegt der Hase im Pfeffer. Wie kann es denn eigentlich sein, dass sieben Euro Eintritt bei ausverkauftem Haus gerade mal für die Raummiete reichen – bei einer Veranstaltung des AStA? Wie, frage ich Dich, soll der AStA da auch nur ansatzweise wirtschaftlich arbeiten und gleichzeitig faire Preise verlangen – das geht einfach nicht. Die einzige Schlussfolgerung wäre, dass der AStA im Audimax keine Events mehr macht.

:bsz geht der Sache nicht auf den Grund

Man kann nun darüber streiten, ob das wirklich im Interesse der Studierendenschaft liegt. Oder ob man, statt gleich mit drei Artikeln auf AStA und WortLautRuhr zu zielen, vielleicht mal dem Problem auf dem Grund geht und die Leitung der Universität direkt fragt, wie es sein kann, dass die eigenen Studierenden derart viel Raummiete für eine Kulturveranstaltung im Audimax zahlen müssen? Denn, ganz ehrlich, das wundert mich sehr. Und ich finde es schade, dass die :bsz sich in oberflächlichen Elegien über den angeblich unfairen AStA und die ach-so-kommerziellen Geier von WortLautRuhr ergeht, statt der Sache mal auf den Grund zu gehen. Und womöglich wirklich eine Änderung herbeizuführen. Das wäre doch top für alle Seiten (pun intended).

:Sebastian 23
hat die NRW-Slam-Meisterschaft
mitorganisiert

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