Interdisziplinäres Versorgungsmodell der hsg
Lernen und Anwenden
Bild: kac
Innovatives Versorgungsmodell der hsg: Im Rahmen des Programms „Karriereweg FH-Professur“ werden theoretische und praktische Erfahrungen kombiniert. Bild: kac
Innovatives Versorgungsmodell der hsg: Im Rahmen des Programms „Karriereweg FH-Professur“ werden theoretische und praktische Erfahrungen kombiniert.

Lehre. Die Hochschule für Gesundheit (hsg) hat im Rahmen des NRW-Landesprogramms „Karriereweg FH-Professur“ einen Zuschlag zur Entwicklung eines innovativen Versorgungsmodells erhalten. 

Erst die neue Haltestelle, jetzt der Ausbau der Lehre. Neben dem neuen Versorgungsmodell entfällt der Zuschlag im Rahmen von „Karriereweg FH-Professur“ auch auf den Ausbau der Lehre für die Gesundheitsfachberufe. Qualifizierte NachwuchswissenschaftlerInnen können so notwendige Berufserfahrung abseits des Lehrbetriebs sammeln. Ein Förderzeitraum von drei Jahren ermöglicht TeilnehmerInnen das Sammeln berufspraktischer Erfahrungen, welche dann mit den Lehr- und Forschungstätigkeiten kombiniert werden können. Forschung und Lehre werden dabei eng miteinander verbunden, indem die Teilnehmenden zeitgleich an einer Hochschule und in einem externen Unternehmen tätig sind. hsg-Präsidentin Prof. Anne Friedrichs erklärt in diesem Zusammenhang: „Wir freuen uns sehr, dass mit Hilfe des Landesprogramms die Rehabilitationspädagogin Dr. Verena Kerkmann ab jetzt das Department für angewandte Gesundheitswissenschaften (DAG) der hsg verstärken kann.“

Was passiert jetzt?

Kerkmanns fachlicher Schwerpunkt: das Sehen im Kindesalter. Dieser Forschungsbereich sei, laut Pressemitteilung der hsg, „insbesondere für die Entwicklungspsychologie, Logopädie und Ergotherapie anschlussfähig“. Denn: Je nach Studienlage gehen mit Entwicklungs-, Sprach- und Wahrnehmungsbesonderheiten auch Sehbeeinträchtigungen einher. Kerkmann erklärt dahingehend: „Eine Sehbeeinträchtigung kann die Chancen eines Kindes zur gesunden Entwicklung einschränken und gefährden – insbesondere, wenn diese unerkannt bleibt.“ Es sollen jetzt Strukturen entwickelt werden, die das Auffinden von Kindern, die weiterer Diagnostik und Unterstützung bedürfen, erleichtern. 

Kerkmann stößt daher zum Team der Entwicklungsneuropsychologischen Ambulanz (ENPA) um hsg-Psychologie-Professorin Dr. Nina Gawehn beim Praxis-Kooperationspartner Klinikum Dortmund gGmbH. Dort werden frühgeborene Kinder begleitet; eine Zielgruppe, die für Sehbeeinträchtigungen ein besonders hohes Risiko aufweist. Gawehn erklärt: „Für unsere Arbeit mit Frühgeborenen ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit essentiell. Das Thema Sehen stellt dabei eine Herausforderung in der Entwicklungsdiagnostik dar, welcher wir nun mit dieser zusätzlichen Expertise viel besser begegnen können.“

Die kommenden drei Jahre werden darauf verwendet, Strategien zur Verbesserung der Versorgung zu entwickeln und zu erproben.

:Tobias Möller