Düsseldorfer Kunst-Studierende zeigen Farbe in Hinterhöfen
Kunstausstellungen für InsiderInnen
Fotos: kac
Eine Kunstwerk wie ein Polizist: „Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen!“ Fotos: kac
Eine Kunstwerk wie ein Polizist: „Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen!“

Düsseldorf hat außer der Altstadt und der Königsallee weitaus mehr zu bieten. Die Stadt ist, dank der Kunstakademie Düsseldorf, mit lauter kleinen Kunstausstellungen gespickt und zwar in Gebäuden, die oft nicht vermuten lassen, dass dort Kultur drinsteckt. Wie können wir in Erfahrung bringen, wann und wo die Ausstellungen stattfinden? Was für eine Kunst erwartet Euch dort?

Die Fahrt nach Düsseldorf ist dank unseres Semestertickets kein Problem: Vom Bochumer zum Düsseldorfer Hauptbahnhof dauert sie ungefähr 42 Minuten: dafür kann man vor Ort aber buchstäblich an jeder Ecke Elemente, Ausstellungen und Kampagnen der Kunstakademie-Studis entdecken.

Wir waren für Euch vor Ort. Bei der ersten ging man vom Hauptbahnhof zur rotlichtigen Mintropstraße 8. Die Vernissage befand sich in einer Art Lagerraum im Hinterhof der Straße. Vor dem Eingang standen KünstlerInnen, die debattierten und Bier tranken. Um zur Ausstellung zu gelangen,  musste man eine steile Treppe runter in den Keller gehen. Der Raum war geschätzte 15 m² groß und auf dem Boden lagen zwei große Bilder, an der Wand hingen gleich groß zerschnittene LKW-Planen-Rechtecke. Der Kunststudent Julian Cording erklärte die Rechtecke als Zusammenspiel von Perspektive durch Struktur, denn jede Plane hat eine unebene Oberfläche und abhängig davon, wie man die Rechtecke überlappt, ergeben sie neue Perspektiven.

Die Avantgarde des 21. Jahrhunderts

Die Perspektive ist wieder ein Thema in der Kunst. Doch die Zeiten von Vermeer, de Hooch und van Steen, Künstler der barocken Malerei, die sich mit Perspektiven auseinandersetzten, sind längst vorbei. Heute setzt man auf Struktur, Farbe und Blickwinkel. So wie der gebürtige Danziger Paul Czerlitzki: Seine Ausstellung befindet sich bis zum 27. Juni im Parkhaus im Malkasten in der  Jacobistraße 6a in Düsseldorf. Der Künstler spezialisiert sich auf sogenannte „weiße Bilder“. Steht man direkt vor einem Gemälde, sieht man einen Farbverlauf von weiß bis hell-grau. Steht man jedoch seitlich zum Bild, ändert sich die Perspektive der Farbe und so sieht man einen Verlauf von dunkelgrau bis schwarz.  

Lebendige Skulpturen

Nicht nur die Malerei ist in Düsseldorf vertreten, sondern auch Fotografie, Bildhauerei und Plastiken. Warum also nicht alles verbinden? „Silent spring“ wurde im Frühjahr 2013 gegründet, durch die Künstlerinnen Lea Guldditte Hestelund, Pia Eikaas und  Nina Nowak. Die Frauen zeigen sowohl Plastiken, als auch handgefertigte, ungewöhnliche Kleidung an nackten Frauenkörpern in der freien grünen Natur, wie zum Beispiel eine pinke Maske, die das Gesicht der Frau bis zur Unkenntlichkeit bedeckt und erst kurz vor ihren Brüsten aufhört, die Person steht dabei vor einer Mauer, die von einer Pflanze bewachsen ist. Eindrücke erhält man auf der Internetseite silent-spring.com

Moderne Tradition

Die Kunstakademie Düsseldorf hat eine lange Geschichte. Sie entstand 1773 unter dem Namen „Kurfürstlich-Pfälzische Academie der Maler, Bildhauer- und Baukunst“ aus der 1762 gegründeten Zeichenschule. Das traditionelle Düsseldorfer Konzept des Kunststudiums ist weltweit bekannt. Es gilt sppätestens seit Josef Beuys’ Professur als eine der freiheitlich-sten und sein Aufbau orientiert sich an der Entwicklung des künstlerischen Denkens. Dies spiegelt sich in den modernen Arbeiten wider und diese beschäftigen sich mit den gleichen Philosophien; doch jedes Werk ist anders. Es lohnt sich vorbeizuschauen – um über die wenig bekannten Ausstellungen informiert zu werden, klickt einfach auf www.leerseite.com.