Nach frauenfeindlichen Äußerungen kritisiert
Kritik an Cro
Bild: Denis Apel / flyingpixel.de / Wikipedia
Im Mittelpunkt der Kritik: der bekannte Rapper Cro. Bild: Denis Apel / flyingpixel.de / Wikipedia
Im Mittelpunkt der Kritik: der bekannte Rapper Cro.

Sexismus. Bielefelder Studierende positionierten sich gegen den Auftritt des Rappers Cro auf dem diesjährigen Sommerfest.

Kurz vor dem Campus-Festival am vergangenen Donnerstag gab es noch einmal Ärger um einen der KünstlerInnen: Nachdem sich die OrganisatorInnen der Bielefelder Konzertagentur Vibra Agency mit Cro einen deutschlandweit bekannten Headliner sichern konnten, kam es vermehrt zu Kritik an dem Rapper und seinen für viele als frauenfeindlich befundenen Texten. Deshalb veröffentlichte der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Bielefeld vergangenen Donnerstag ein Statement des feministischen Referats (Fem*Ref) und des AStA-Gleichstellungsreferats der Uni Bielefeld, in dem sich die ReferentInnen gegen vorgegebene Geschlechterrollen aussprechen und mit ihrer Aktion hoffen, „Rapper wie Cro ein letztes Mal auf dem Campus Festival gesehen zu haben!“ Ihre Vorwürfe belegten sie mit Beispielen aus seinen Texten. Eines davon ist der erste Hit des Rappers, „Easy“, in dem er über den Stress rappt, den Frauen ihm bringen. Die Zeile lautet: „Yeah, und wenn sie heiraten will / Und nach drei Tagen chilln‘ schon dein ganzes Haus und deinen Leihwagen will / Ersch-(easy, ea ea, mh mh)“. 

Trügerisches Image

Der Protest kommt nach ähnlichen Debatten, wie sie zum Beispiel über Farid Bang und Kollegah bei der diesjährigen Echoverleihung geführt wurde. Die Berühmtheit der Musiker ist für die Studierenden ein wichtiger Punkt: „Denn trotz oder gerade wegen ihrer frauenverachtenden, transfeindlichen, homophoben und antisemitischen Texte sind sie fame.“ Die StudierendenvertreterInnen heben dabei besonders Cros Image als „soften Rapper“ hervor, welches seine frauenfeindlichen Texte verharmlose und weisen auf Interviews hin, in denen der Rapper „Frauen als langweilig, sich selbst als Jäger und Frauen als Reh“ beschreibe und der Meinung sei, „dass Mädchen nicht rappen können“. Das Konzert verlief ohne eine weitere Thematisierung der Vorwürfe, teilte der AStA auf Anfrage mit.

Das komplette Statement ist zu lesen unter: tinyurl.com/CroBielefeld.

:Stefan Moll

 
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