Spiegelreflex war gestern: Die Photokina 2019
Krieg um den Fotografie-Markt
Bild:Alexander Schneider
Ganz Objektiv: Rund 180.000 Besucher*innen aus 127 Ländern kamen zur Photokina auf das Gelände der Kölnmesse Bild:Alexander Schneider
Ganz Objektiv: Rund 180.000 Besucher*innen aus 127 Ländern kamen zur Photokina auf das Gelände der Kölnmesse

Messe. Kameras ohne Spiegel (DSLM) standen am vergangenen Wochenende im Fokus der  Photokina. Die Veranstalter*innen laden nun jährlich nach Köln ein, um auf die Innovationszyklen  in der Branche zu reagieren.

Digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) gelten für den Volksmund seit langer Zeit als der Qualitätsstandard der Fotografie. Dass sich das nun spätestens seit der diesjährigen Photokina ändern wird, zeigte das Angebot der den Markt noch dominierenden Kamerahersteller. Canon und Nikon boten nämlich für viele zum ersten Mal die Möglichkeit an, ihre neuen spiegellosen Highend-Kameras (Vollformat) auszuprobieren. Aufgrund des nicht mehr benötigten Spiegels wird nun von sogenannten DSLMs gesprochen. Das „M“ steht für „mirrorless“. Überraschend bestätigte zudem Panasonic die Gerüchte, dass die Lumix-Serie bald ebenfalls in das Segment der Vollformatkameras vorstoßen wird. In diesem Kontext hörten Besucher*innen bei der Photokina daher oft von einem „War of Mirrorless“. Dieser sogenannte Krieg beschreibt den Streit der Hersteller um die Anteile des sich wandelnden Marktes, die seit mehreren Jahren in Folge immer kleiner werden. Der Schuldige für den Substanzverlust wird in der Branche in den immer besseren und vielseitiger werdenden Smartphones gesehen.


Bochumer Traditionsgeschäft kämpft ums Überleben

Dass sich der Markt aber nicht nur technologisch verändert, zeigte auf der Photokina zudem der aus Bochum stammende Fachhändler Foto-Hamer. Mit „Gearflix“, einem Equipment-Verleih, der vor kurzem noch in der VOX-Sendung „Höhle der Löwen“ um Investitionskapital buhlte, will nämlich Marius Hamer das übernommene und seit 1910 existierende Traditionsgeschäft in die Zukunft führen und gegen das Schrumpfen des Ladengeschäfts wappnen. Wie Hamer in einem Interview mit t3n.de erzählte, seien es gerade die sinkenden Besucherfrequenzen, die aufgrund des erstarkenden Onlinehandels besorgniserregend gewesen seien und ihn zum Handeln getrieben hätten: „Das Unternehmen ist schließlich von meinem Urgroßvater gegründet worden. Da will man wirklich nicht derjenige sein, der den Karren vor den Baum fährt.“                              

Gastautor  :Alexander Schneider