Studierendenparlament: 3.500 Euro für Iliso-Projekt bewilligt
Kostspielige Kapstadt-Kooperation

Neben dem Schwerpunkt-Thema NRW-Ticket (siehe Seite 1) ging es bei der aktuellen Sitzung des Studierendenparlaments (StuPa) auch um viel Geld: So stand unter anderem ein Förderungsantrag für ein Gemeinschaftsprojekt von Master-Studierenden und DoktorandInnen des Instituts für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik (IEE) der RUB sowie der Iliso Care Society über 7.000 Euro zur Debatte.

Etwas plötzlich kam der Antrag zur Kooperation mit der Iliso Care Society, einer „non-profit organization“, die verschiedene Entwicklungsprojekte mit Jugendlichen in der Township Khayelitsha bei Kapstadt unterstützt. Daher stellte eine IEE-Doktorandin die einzelnen Posten des Kooperationsprojekts mit Iliso dem StuPa ausführlich vor: Nachdem im letzten Wintersemester 13 RUB-Studierende in Kapstadt zu Gast waren, stehe nun der Gegenbesuch an. Bei dem Kooperationsprojekt gehe es im Wesentlichen um „interkulturelle Bildungsarbeit“, erläuterte sie den ParlamentarierInnen. Das Ganze komme auch Studierenden außerhalb des Instituts für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik zugute, die herzlich eingeladen seien, an Themen wie „urban agriculture“ oder Recycling mitzuarbeiten. Zudem bestehe ein kultureller Schwerpunkt in einem gemeinsamen Gospel-Gesangsprojekt.

Die Kosten für die Kooperation sind jedoch beträchtlich – allein die Verpflegung schlägt mit 4.884 Euro zu Buche: 1.044 Euro sollen auf ein Begrüßungs- und Abschiedsessen entfallen, 3.840 Euro für Mittag- und Abendessen während des nicht einmal einwöchigen Aufenthalts der BesucherInnen. „Warum ist Iliso förderungswürdig, die AStA-Deutschkurse aber nicht?“, frug Sebastian Pewny von der Grünen Hochschulgruppe (GHG). „Das Rechnungsprüfungsamt könnte das beanstanden“, legte Karsten Finke (ebenfalls GHG) nach. Dieses hatte den AStA zuletzt angemahnt, die Förderung der Deutschkurse an der RUB wegen haushaltstechnischer Bedenken zurückzufahren.

Die gesamte StuPa-Opposition nahm daraufhin an der folgenden Abstimmung nicht Teil – zumal sie ohnehin der Meinung ist, dass eine solche Initiativenförderung eigentlich zum laufenden Geschäft des AStAs gehöre und nicht vom Parlament abgesegnet werden müsse – und legte dem AStA in jedem Fall eine Förderung des Projekts nahe. Der ehemalige AStA-Finanzreferent Simon Gutleben (Jusos) beantragte daraufhin eine garantierte Förderung mit 3.500 Euro und darüber hinaus die Sondierung von Einsparpotenzialen für die zweite Hälfte des beantragten Gesamtbetrags von 7.000 Euro. Dieser Antrag wurde bei einer Nein-Stimme angenommen – wenngleich ein Geschmäckle bleibt, da das Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik das Projekt lediglich mit 4.100 Euro aus Eigenmitteln fördern will.