US-Söldner in Venezuela
Kopfgeld auf Maduro
Bild:bena
Invasion gescheitert: Ein Söldnertrupp, der Präsident Maduro gefangen nehmen sollte, wurde an der Küste Venezuelas aufgehalten.
Invasion gescheitert: Ein Söldnertrupp, der Präsident Maduro gefangen nehmen sollte, wurde an der Küste Venezuelas aufgehalten.

Kommentar. In Venezuela ist ein Putschversuch kläglich gescheitert. Im Mittelpunkt steht ein Söldnerunternehmen, das Verbindungen zu Donald Trump hat.

In Venezuela herrscht seit Anfang 2019 ein Machtkampf um das Amt des Präsidenten. Während Nicolás Maduro die Macht in den Händen hält, haben viele Staaten seinen Gegner Juan Guaidó als Präsidenten anerkannt. Gerade die USA haben im letzten Jahr einen Regimewechsel forciert, der jedoch gescheitert ist. Maduros Machtbasis ist gefestigt wie eh und je. Wie immer, wenn in Südamerika ein linker Präsident an die Macht kommt, mischen die Vereinigten Staaten in ihrem Vorgarten kräftig mit.

Dass es zu einem handfesten Putschversuch kommen würde, war nur eine Frage der Zeit. Am 3. Mai versuchten bewaffnete Personen mit Schnellbooten an der Karibikküste Venezuelas zu landen. Staatliche Sicherheitskräfte verhinderten die Invasion, über die sie angeblich schon länger Bescheid wussten. Unter den Gefangenen befanden sich auch mehrere US-Söldner. Während die US-Regierung jegliche Beteiligung abstreitet, kommen immer mehr Details über die geplanten Aktivitäten der Kämpfer ans Licht. Hinter der Invasion steckt die Söldnerfirma Silvercorp USA, die vom ehemaligen US-Soldaten Jordan Goudreau gegründet wurde. Die von Silvercorp rekrutierten Söldner sollten Präsident Maduro gefangen nehmen und außer Land schaffen, um einen Machtwechsel zu Guaidó zu ermöglichen. Beauftragt hierfür wurde Silvercorp von Juan José Rendón, einem Berater von Guaidó. Dessen Unterschrift soll sich sogar auf einem Vertrag befinden, in denen die Details der Invasion festgehalten wurden. Für 213 Millionen US-Dollar sollte Silvercorp mit 800 Mann in Venezuela einmarschieren, um Maduro aus seinem Amt zu entfernen. Ein Oppositionsführer, der eine ausländische Söldnerfirma anheuert, um den Präsidenten aus dem Weg zu räumen. Hört sich an wie ein Thriller, ist aber die Realität.

Geld sei jedoch nie geflossen, die Vertragspartner hatten sich angeblich zerstritten. Goudreau und Silvercorp haben dann aber auf eigene Faust gehandelt und mit einer deutlich kleineren Gruppe versucht, Maduro festzusetzen, was peinlich scheiterte. Doch wieso dieser Alleingang? Die USA haben großes Interesse daran, Maduro los zu werden. Im März diesen Jahres beschuldigten die Vereinigten Staaten ihn, ein Drogenschmuggelnetzwerk zu führen. Er habe versucht, die USA absichtlich mit Kokain zu überschwemmen und die Droge so als Waffe benutzen zu wollen. 15 Millionen US-Dollar wurden als Kopfgeld auf ihn ausgesetzt.

Pikant ist außerdem, dass Silvercorp 2018 bei einem Trump Auftritt die Sicherheitskräfte stellte. Und das Silvercorp Gründer Goudreau ein Bild von sich in Stuttgart bei Instagram mit den Worten „The Fatherland“ kommentiert, hat ebenfalls einen Beigeschmack. Wollte Goudreau das Kopfgeld, Eindruck bei Donald Trump schinden oder ging es ihm doch um persönliche, politische Ansichten? Vielleicht werden wir es nie erfahren. Jedenfalls braucht es für US-Imperialismus nicht mal mehr die USA selbst, sondern nur oppositionelle Politiker, einen Ex-Soldaten und ein wenig Größenwahn. Dennoch darf nicht vergessen werden: Wäre das Silvercorp-Kommando erfolgreich gewesen und hätte Maduro aus seinem Amt entfernt, die Freude in Washington wäre groß gewesen. 

:Philipp Kubu