Deutsches Bergbaumuseum wird aufwändig saniert
Kohle in neuem Glanz
Foto: Seda Karaoglu
Aufbruchstimmung: Sämtliche Exponate der Dauerausstellung verlassen das Deutsche Bergbaumuseum bis zum zweiten Halbjahr 2018. Foto: Seda Karaoglu
Aufbruchstimmung: Sämtliche Exponate der Dauerausstellung verlassen das Deutsche Bergbaumuseum bis zum zweiten Halbjahr 2018.

Die Generalsanierung des Deutschen Bergbaumuseums (DBM) hat vergangene Woche begonnen. Bis zum zweiten Halbjahr 2018 sollen die übertägigen Ausstellungshallen auf den neusten Stand gebracht werden. Spürbar für alle BesucherInnen: Fördergerüst, Seilfahrtsimulator und Anschauungsbergwerk werden aber auch während der Maßnahmen dauerhaft begehbar sein.

Sämtliche Exponate, die sich im Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss befinden, werden vorübergehend ausgelagert, bevor sie ihren neuen Platz in der neuen Ausstellung einnehmen werden. „Wir konzipieren gerade die Dauerausstellung neu“, sagt Wiebke Büsch, Pressesprecherin des DBM. Es soll vier verschiedene Rundgänge geben, die sich mit den Themen Kunst und Kultur, Bergbau und Mensch, Steinkohle und Georessourcen befassen werden. Momentan begutachten mehrere KuratorInnen die Räumlichkeiten und entscheiden dann, welche Exponate an welche Stelle und in welcher Form zurückkehren werden. 

Auch das Montanhistorische Dokumentationszentrum (montan.dok), was mit den Bereichen Bergbau-Archiv Bochum, Bibliothek/ Fotothek und Museale Sammlungen vor allem für Studierende von Interesse ist, bleibt bis voraussichtlich Frühjahr 2017 geschlossen. Eine Interimsfläche ist aber vorgesehen. Interessierte werden darüber hinaus gebeten, sich bis dahin des Online-Rechercheportals zu bedienen. Die gesamte Beräumung der Flächen soll im Januar 2017 abgeschlossen sein.

In die Zukunft

Aber warum dieser Umbau? Auf der Homepage heißt es, das DBM wolle auf diese Weise in „seine Zukunft“ aufbrechen. Wiebke Büsch erklärt außerdem, man sei mittlerweile „museal in anderen Vermittlungsformaten angekommen“, die das DBM bisher nicht ausreichend bediene. Vor allem eine Modernisierung und ein Mithalten mit dem Zeitgeist stehen im Vordergrund. 

Die Kosten für die Sanierungsmaßnahmen belaufen sich auf rund 34 Millionen Euro, von denen 15 Millionen durch die RAG-Stiftung im  Rahmen des Projekts „Glückauf Zukunft!“ zur Verfügung gestellt werden. Weitere Kostenträger sind die Stadt Bochum und die DMT,  Gesellschaft für Lehre und Bildung. Letztere ist ebenso Bauherr.

INFOBOX

Mit jährlich rund 365.000 BesucherInnen gilt das DBM als eines der meistbesuchten Museen Deutschlands. Als größtes Bergbaumuseum der Welt, welches neben 12.000 Quadratmetern übertägiger Ausstellungsfläche ebenso ein originalgetreues und begehbares Anschauungsbergwerk mit 2,5 Kilometer Streckenlänge, einen begehbaren Förderturm sowie einen Seilfahrtsimulator beherbergt, ist ebenso Forschungseinrichtung für Montanarchäologie, Archäometrie sowie Dokumentationszentrum und Archiv im Bereich der Montangeschichte. 

Studierende erhalten bei Vorzeigen ihres Ausweises ermäßigten Eintritt für drei Euro. Wer keine Höhenangst hat und das nicht ganz so bergige Bochum mal von oben sehen will, kann dies vom Fördergerüst aus tun. Auch eine Begehung des Bergwerks ist empfehlenswert, bietet es doch ein großes Stück Ruhrgebietsgeschichte zum Anfassen und Erleben.

:Tobias Möller