Bochum verkauft umstrittene RWE-Aktien
Klimakiller Kohle
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Raus aus RWE: Greenpeace und Fossil Free demonstrierten für den Verkauf der Aktien – mit Erfolg. Foto: kac
Raus aus RWE: Greenpeace und Fossil Free demonstrierten für den Verkauf der Aktien – mit Erfolg.

Das Ruhrgebiet, einst bekannt als Kohlerevier, verabschiedet sich von seinen RWE-Aktien. Zumindest macht Bochum den Anfang. Den Beschluss hat der Rat vergangenen Donnerstag in einer nicht-öffentlichen Sitzung mit großer Mehrheit gefasst. Die erste Tranche soll am 4. Oktober abgestoßen werden.

Um 14 Uhr am Donnerstag, dem 15. September, versammelten sich AnhängerInnen von Fossil Free und Greenpeace vor dem Bochumer Rathaus, um ihre Forderungen unter die Menschen zu bringen. „Ich bin gespannt, ob einige Abgeordnete an uns vorbeigehen werden, bei Demos nehmen sie lieber den hinteren Eingang“, heißt es aus der demonstrierenden Gruppe.

Raus aus RWE

In den letzten Jahren zeigten sich unter anderem Berlin und Stuttgart als Vorreiter für den Ausstieg fossiler Energien. In NRW ist Münster die erste Stadt, die sich für nachhaltige und ökologische Alternativen zu Kohle umschaut. „Kohle ist der Klimakiller Nummer eins“, so Greenpeace-Vertreterin Sarah und fährt fort: „Alle Städte, die große RWE-Aktienpakete halten, darunter auch Bochum, werden 2016 keine Dividende ausbezahlt bekommen. Seit Jahren sinkt der Kurs der RWE-Aktie, wir sind also guter Dinge, dass Bochum diese nun verkauft.“

6,6 Millionen RWE-Aktien 

Am 4. Oktober soll die erste Tranche verkauft werden, jedoch nur, wenn der Kurs bei mindestens 15 Euro je Aktie liegt. Zurzeit liegt er bei 14,61 Euro. Bei der zweiten Tranche einigte sich der Rat darauf,  diese nicht unter 11 Euro, spätestens aber bei einem Kurs von 19 Euro zu verkaufen. Für die dritte Tranche gibt es keine genaue Kursvorgabe. 

Zu Bestzeiten lag die Aktie bei einem Kurswert von 100 Euro. Das hätte einen Verkaufserlös von über 720 Millionen Euro für das gesamte Bochumer Paket geheißen. Würde man jetzt die 6,6 Millionen Aktien verkaufen, gäbe es einen Gewinn von 33 Millionen Euro, da ein Buchwert von 10 Euro pro Aktie besteht. Die Stadt verkauft daher in drei Tranchen, damit sie sich die Chance offen halten kann, einen größeren Gewinn erzielen zu können.

:Katharina Cygan