Der Zwist mit Kunst und Geld
Künstler:innen auf Rechnung
Bild:kiki
Museen: Das alte Instagram für Kunst.

Künstlerische Tätigkeiten hatten schon immer einen Marktwert, zumindest in Hinsicht auf die vergangenen Jahrhunderte. Wie sehr passt aber Kunst und Markt zusammen und wie gut lässt sich Kunst eigentlich vermarkten? 

Kunst; ungreifbar und trotzdem immer und überall vorhanden. Die Definition zu diesem Begriff ist weitreichend. Die historische Last, die auf der Klassifizierung von Kunst als „gute“ oder „schlechte“ basiert, hinterlässt einen faden Beigeschmack – schmeckt leicht nach Nazi –und trotz allem wird bei Kunst immer wieder über ein subjektives Urteil gesprochen – Kunst liegt eben irgendwo im Auge der Person, die es betrachtet oder nicht? Was immer auch die Definition dieses Begriffes sein mag, eins steht fest: Kunstschaffende müssen sich diesem Urteil fügen und stehen immer in der Not darauf angewiesen zu sein, dass das für sie getroffene Geschmacksurteil positiv ist. Denn ohne, dass ihre Kunst als positiv bewertet wird, verdienen Künstler:innen kein Geld. Zumindest in einem freien, nicht subventionierten Markt für Kunst.
Instagram ist dafür ein Beispiel, wie Kunst in einem freien Markt funktioniert und Kunstwerke zum Werbeprodukt werden können – beziehungsweise der Unterschied zwischen Kunst und Werbung nicht mehr zu erkennen ist. Betreibt ein:e Künstler:in Kunst, um einen Sponsoren zu befriedigen oder nicht? Hat Kunst überhaupt noch einen Wert, wenn sie vermarktet wird?
Was man vielleicht an Seiten wie Instagram kritisiert; dass es offensichtlich eine Plattform ist, die Kunst ausnutzt, um einen gewissen Markt zu befriedigen, funktioniert auf dem Kunstmarkt im Grunde doch ähnlich. Gemälde steigen und sinken im Wert abhängig von der Historie oder dem geschätzten Wert des Kunstwerks. Der Kunstmarkt erinnert dabei an eine Börse, dessen auserwählter Kundenkreis langanhaltende Investitionen vornimmt, um zu einem späteren Zeitpunkt den Wert des Kunstwerks zu steigern. 

Auf der anderen Seite bietet Instagram die Möglichkeit, sich auf einer dafür vorgesehenen Plattform zu präsentieren und zu inszenieren. Somit haben neue Kunstformen und Künstler:innen bessere Möglichkeiten, sich von einem veralteten Kunstmarkt zu trennen. Klar ist, dass sich Kunst in einem Markt befindet, das Ausnutzen dieses Marktes auf einer Plattform wie Instagram kann also durchaus Vorteile haben. Wo im letzten Jahrhundert die Anerkennung der eigenen Kunst oftmals an Galeriebetreiber:innen hing, lässt sich jetzt Kunst in verschiedensten verschachtelten Formen finden. Dazu gehört dann vielleicht auch Kunst für Sponsoren, aber auch anderes, vielfältigeres und neueres. 

Es gibt also Positives und Negatives in einem Markt mit Kunst. Eine Traumvorstellung wäre wohl, dass jede:r Künstler:in die nötigen Gelder für die eigene Kunst bekommt. Dennoch können neue Plattformen zumindest den Markt unabhängiger von Einzelpersonen machen. Wohin dies führt, bleibt abzuwarten.

:Gerit Höller