Christenverfolgung in Nordkorea, Afrika und dem Mittleren Osten
Im Namen des Großvaters
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Verbrechen an den Menschenrechten :  Zahlen zur Christenverfolgung laut Opendoors.de aus dem Weltverfolgungsindex 2016. Bild: alx
Verbrechen an den Menschenrechten : Zahlen zur Christenverfolgung laut Opendoors.de aus dem Weltverfolgungsindex 2016.

Menschen werden aufgrund ihres Glaubens immer noch verfolgt – und dazu gehören auch Christen. Dem Weltverfolgungsindex 2016 des Open Doors Deutschland e. V. zufolge seien dies inzwischen 100 Millionen. Zu den TäterInnen gehören Terrororganisationen wie der Islamische Staat oder Boko Haram, noch stärker aber Staaten, wie Nordkorea – der traurige Spitzenreiter.

Der überkonfessionelle Verein Open Doors ist nach eigenen Angaben inzwischen in über 50 Ländern weltweit aktiv und wurde 1955 vom Niederländer Anne van der Bijl gegründet. Zu den Projekten gehören grundsätzliche Hilfestellungen wie beispielsweise Unterstützung für Gefangene, Familien von Mordopfern und das Anbieten von Bibeln.

Größere Bekanntheit erlangte Open Doors durch die Veröffentlichung des „Weltverfolgungsindex“, der seit 1993 jährlich erscheint. Er prangert jene 50 Länder an, in denen Christen hauptsächlich verfolgt werden. Nordkorea führt diesen Index das 14. Jahr in Folge an, da jeder Gottesglaube – neben dem an Kim Jong-un und dessen Ahnen – Strafen nach sich zieht oder den Tod bedeuten kann. In Zahlen seien dies bis zu 300.000 ChristInnen, von denen bis zu 70.000 in Straflagern interniert seien. Für ihre Lebenswirklichkeit bedeute dies, dass sie de facto keinerlei Glaubensfreiheit besäßen und sich dies beispielsweise darin zeige, dass ChristInnen ihren Glauben nicht einmal vor ihren Kindern leben, geschweige denn an diese tradieren könnten.

Auf weiteren neun Plätzen des Negativ-Rankings folgen nach afrikanischen Staaten und solche des Mittleren Ostens: Somalia, Irak, Syrien, Afghanistan, Sudan, Iran, Pakistan, Eritrea und Nigeria.

Kritik am Index

Allerdings ist der Index von Open Doors auch umstritten. So kritisierte zum Beispiel die katholische Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bereits 2013, dass die breite Definition des Begriffs „Verfolgung“ zu Pauschalisierungen führen könnte, da beispielsweise Diskriminierung oder terroristische Gewalt darunter gefasst seien.

:Alexander Schneider