Kommentar: Freiburg verbietet „Bändern“ in der Mensa
Food-Recycling

Rund 40 StudentInnen organisierten in Freiburg das „Bändern“, um auf die Wegwerfgesellschaft aufmerksam zu machen. Sie nahmen sich die teilweise noch halbvollen Teller vom Rückgabeband in den Mensen, statt sich frisches Essen zu kaufen. Das Studierenden​werk Freiburg hat das nun – aus hygienischen Gründen – mit einer Absperrung unterbunden. Klar, wer jeden Tag mit dem ÖPNV fährt, angeniest und -gehustet wird, der wird sich bestimmt beim Restefuttern in der Mensa die Pestilenz einfangen.

Schon mal mit FreundInnen in der Mensa gewesen? Bestimmt. Und bestimmt hat sich schon mal eineR von euch Pommes geholt, nur um sie mit der Gruppe zu teilen. Alle fingern mit den Griffeln in der Schüssel rum – kein Problem: Im Idealfall betatscht man ja nur die Fritte, die man gleich selber isst.

Schon mal was gegessen, was eine gute Freundin beim Essengehen einfach nicht geschafft hat, weil die Portion zu groß war? Ja? Und Du lebst noch? Welch Überraschung – Bazillen sind scheinbar doch nicht immer tödlich.

Und nun stell Dir vor, Du wärst allein in der Mensa, schaffst die üppige Portion, die die Dame an der Nudeltheke Dir aufgetan hat, auch nach viel Stopfen nicht. Tablett zur Abgabe und da kommt jemand angehuscht, mopst den Teller und isst das, was Du nicht mehr runterbekommen hast, statt es in den Müll wandern zu lassen.

Kein Problem, oder?

Scheinbar schon, denn das Studentenwerk der Uni Freiburg hat das nun unterbunden mit der Begründung es sei unhygienisch und würde im Falle einer Erkrankung auf sie zurückfallen.

Tatsächlich gibt es aber kaum Bedenken, wenn die Reste-EsserInnen sauberes Besteck nutzen. Völlig logisch eigentlich: Wenn man das Messer nicht ableckt, berührt ja nur die Gabel den Mund (und den ekelhaften Bakterien-verpesteten Speichel) und das Stückchen Schnitzel, was ich eh gerad in die Keimhöhle stecken will. Bei Suppen sieht das Ganze wieder anders aus: Der angelullerte Löffel geht ja wieder in die warm-feuchte Brutbrühe.

Aber auch da ist das Risiko wohl echt gering – solang mir keiner ins Süppchen spuckt.

:Kendra Smielowski