In Bochum ist Reden Gold: PoetInnen und Publikum feiern Jubiläum vor Umbau
Es geht Rotunde in NRW!
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Vorerst letzter Slam in der Rotunde: Die Poetinnen und Moderator Sebastian23.   		           	          	          Fotos: alx
Vorerst letzter Slam in der Rotunde: Die Poetinnen und Moderator Sebastian23. Fotos: alx

Am Wochenende zelebrierte der Poetry Slam in der Bochumer Rotunde sein 10-jähriges Jubiläum mit knapp 230 Zuschauern. Darüber hinaus ist auch ganz NRW in Auf-Ruhr: Der Wahlbochumer Jason Bartsch ist zum Landesmeister gekrönt worden und am 8. Mai findet der Wettstreit um den U-20 Ruhrpokal im Schauspielhaus Bochum statt. Gefeiert wurde der Geburtstag des Slams – bei im Vorfeld ausverkauftem Haus – mit den Größen der Szene.

Es war ein würdiges Jubiläum des Poetry Slams in der Bochumer Rotunde, die vor der Schließung steht. Die Moderatoren des Abends, Sebastian23 und Jason Bartsch, luden am 3. Mai zum zehn jährigen Geburtstag der Veranstaltung neben Bundes- und LandestitelträgerInnen auch Urgesteine der Slamszene. Wolfgang Hogekamp gilt als einer der Initiatoren der Slamkultur in Deutschland, der vergangenen Sonntag neben den etablierten PoetInnen der neueren Generation, wie beispielweise David Friedrich oder Hinnerk Köhn, zur Feier des Tages auftrat. Sulaiman Masomi und Micha-El Goehre, die als Gewinner des Campus-Slams vom 28. April hervorgingen, teilten sich darüber hinaus die Bühne der Rotunde mit den ehemaligen und aktuellen TitelträgerInnen: Andy Strauß (NRW 2011), Sandra da Vina (NRW 2014), Jason Bartsch (NRW 2015), Florian Cieslik (Hessen 2014), Theresa Hahl (Hessen 2011) und Jan Phillipp Zymny (BRD 2013).

Nostalgie mit Poesie

Der Abend begann mit dem Moderatorenduo, das selbst schon einiges zu bieten hat: Sebastian23 (Prix-Pantheon Gewinner) und Jason Bartsch. Dieser Abend sollte ein besonderer für die Veranstalter sein – das wurde spätestens klar als von diesen erklärt wurde, dass man diesen ohne Bewertungen begehen wolle. Das tat der Stimmung des Publikums allerdings keinen Abbruch, welches im Verlauf des Slamabends einige humorvolle, aber auch besinnliche Momente erlebte. So stimmte zum Beispiel Sebastian23 den Abend mit einem seiner älteren Texte ein. Sein Text „Ärger der Monotonie“ kritisierte mit Witz unsere eingefahrene Gewohnheiten, was und vom Publikum mit „Geh!“ lauthals begleitet wurde: „Geh! Lauf los! Frag doch mal ein Rudel Skinheads nach dem Weg zum Friseur, mal hören was die so erzählen! Und wenn du danach noch lebst, dann probier doch mal was anderes.“ Atmosphärische und blumiger ließ es Theresa Hahl werden, die auf Wunsch eines Zuschauers „Wahre Begebenheiten“ vortrug: „Ich lebe manchmal Tagelang in solchen Luftgedanken. Und manchmal – so wie jetzt – da treiben daraus Bilderranken, setzen durch den Raum und laut geflüstert, deinen Ohrmuscheln zu Pranken. Da beginnen Farben durch den Kopf zu stranken, wie Musik aus andern Welten, die mit einem Mal nach uns verlangten.“ Die Poetin ist zudem bald wieder an der Ruhr-Uni. In Kooperation mit der Initiative RUB  bekennt Farbe wird sie vom 6. bis zum 8. Mai einen Slamworkshop anleiten, zudem man sich über rub-bekennt-farbe@asta-bochum.de anmelden kann.

Zwischennutzungsobjekt

Das Jubiläum des Slam ist zeitgleich auch der vorläufige Abschied vom Standort gewesen, denn der bekannte Veranstaltungsort war eigentlich nur als sogenanntes „Zwischennutzungsobjekt“ geplant. Damit es in der Rotunde weitergehen darf, hat die Stadt bestimmte Anforderungen erhoben, wie „derwesten.de“ berichtete: Angemessene Heiz- und Lüftungsanlagen, Überarbeitung der Sanitäranlagen. Wie lange diese Maßnahmen dauern werden, ist noch nicht abzuschätzen, dafür steht aber eine Vergrößerung der Location in der Diskussion, die nur noch die Genehmigung der Ämter braucht, wie es im weiteren Teil des Berichts von Andreas Kellner heißt, dem Geschäftsführer der Rotunde.

:Alexander Schneider

 

 

‽ Fragen an Jason Bartsch:

:bsz Wie war der NRW-Slam?

Jason Gut natürlich, es war eine wunderschöne Veranstaltung, die ich glücklicherweise gewonnen habe. Wir hatten ein tolles Publikum, das ein spannendes Finale bekam, eine unfassbare Kulisse und natürlich die anderen Poeten.

 

Was brachte dich nach Bochum?

In erster Linie die Event-Agentur WortLautRuhr, für die ich seit circa einem Jahr arbeite. Ich moderiere und veranstalte darüber zum Beispiel Slams oder Workshops und kümmere ich mit um das dazugehörige Booking. Bevor ich herzog, kannte ich Bochum schon als Perle des Ruhrgebiets, da mein Vater in Essen aufgewachsen ist.