Energiekonzern Uniper entlässt laut Medienberichten 500 Angestellte
E.On-Tochter in der Kritik
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Energiekonzern Uniper in der Kritik: Im Raum stehen 500 Entlassungen sowie die Streichung zahlreicher Leistungen. Foto: Uniper
Energiekonzern Uniper in der Kritik: Im Raum stehen 500 Entlassungen sowie die Streichung zahlreicher Leistungen.

Personalpolitik. Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper, eine Abspaltung von E.On, fordert laut Medienberichten MitarbeiterInnenzugeständnisse in puncto Weihnachtsgeld, Stromdepute und der Streichung von Zuschlägen. 500 Angestellte sollen zudem entlassen werden.

Grund dafür ist das bereits 2016 initiierte Kostensenkungs- und Reorganisationsprogramm des Unternehmens, welches bis Ende 2018 eine Senkung der beeinflussbaren Kosten von 2,3 Milliarden auf 1,9 Milliarden Euro vorsieht. 

Laut einer Pressemitteilung vom 9. März sei dieses Ziel bereits jetzt zur Hälfte realisiert worden, unter anderem dadurch, „dass Doppelfunktionen beseitigt und Strukturen in Verwaltungsfunktionen vereinfacht wurden, was zur Senkung der Personalkosten beitrug“. Auf der vergangenen Sitzung der derzeit laufenden Verhandlungen zwischen Uniper, ver.di und IG BCE (Industriegewerkschaft Bau, Chemie, Energie) hat das Unternehmen laut „Westdeutscher Allgemeiner Zeitung (WAZ)“ unter anderem verlangt, dass das Weihnachtsgeld, Sonn- und Feiertagszuschläge sowie Erfolgsbeteiligungen gestrichen werden sollen. Die „Rheinische Post (RP)“ berichtet darüber hinaus davon, aus Gewerkschaftskreisen erfahren zu haben, dass von den derzeit 13.000 Beschäftigten bei Uniper 500 Stellen eingespart werden sollen.  

Sabine Meixner, Pressesprecherin von Uniper, erklärt: „Unser Kostensenkungsprogramm beinhaltet eine ganze Reihe von Initiativen. Dabei geht es auch – aber bei weitem nicht nur – um Personalkosten.“ Zudem sei Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit Unipers sowie die Beschäftigungsperspektive der MitarbeiterInnen die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. „Wir halten daher auch Maßnahmen zur Reduzierung von Personalkosten für unverzichtbar, um unser Unternehmen vor dem Hintergrund der anhaltend schlechten Marktbedingungen nachhaltig wettbewerbsfähig aufzustellen.“ Aus diesem Grund befinde man sich in kontinuierlichem Austausch mit den VertreterInnen der betrieblichen Mitbestimmung und den Gewerkschaften über mögliche Maßnahmen zur Anpassung von Personalkosten. Zu konkreten Maßnahmen könne man sich während der Gespräche nicht äußern.

Gegenwind

Ver.di hatte bereits im Februar erklärt, zwar Verständnis für das höhergestellte Ziel (Wettbewerbsfähigkeit) Unipers zu haben. Dennoch blieben einige Fragen offen, zum Beispiel, ob die wirtschaftliche Situation des Energiekonzerns tatsächlich eine Beteiligung der Beschäftigten erfordere. „Diese Antworten ist die Arbeitgeberseite noch schuldig!“ Volker Stüber, ver.di-Bundesfachgruppenleiter im Bereich Energiewirtschaft erklärt zum aktuellen Stand, die Bundesregierung müsse „ihrer Verantwortung für die Umsetzung der von ihr eingeleiteten Energiewende gerecht werden und die Beschäftigten in der Kohlestromerzeugung für den Fall des Arbeitsplatzverlustes im Rahmen der Energiewende unterstützen.“Lars Ruzic, Pressesprecher der 

IG BCE, erklärt: „Tarifpolitische Kahlschläge sind mit uns nicht zu machen“, betont aber, Uniper hätte auf Konzernebene „noch nicht so konkrete Forderungen gestellt wie es die Berichte der vergangenen Tage suggerieren.“ Man sei gesprächsbereit in puncto Erfolgsbeteiligung und Leistungskomponenten, da man in diesen Bereichen in Folge der Ausgründung aus E.On ohnehin Reformbedarf sehe.

Für den Michael Aggelidis von den NRW-Linken ist klar: „Nun hat sich bestätigt, wovor Die Linke stets gewarnt hat: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der E.On-Abspaltung Uniper sollen die Zeche für das Missmanagement der Führungsetage zahlen.“ Man bekundet Solidarität und fordert: „Anstatt die Axt an die verhältnismäßig geringen Vergünstigungen und Rechte der Beschäftigten zu legen, soll doch das überbezahlte Uniper-Management beim eigenen Gehalt kürzen und seine eigenen Sonderzahlungen zusammenstreichen“.                                                                                                          

:Tobias Möller