Bilder und Referate: Kunst-Studis zwischen Vorbereitungsstress und Existenzangst
Eiskalte Stimmung in Düsseldorf
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Grummeln mit Recht: Aus Sorge um ihre Karriere möchten die Studis sich nicht ablichten lassen. Foto: kac
Grummeln mit Recht: Aus Sorge um ihre Karriere möchten die Studis sich nicht ablichten lassen.

Die Kunstakademie unserer Landeshauptstadt präsentiert so früh wie noch nie zuvor den Rundgang, bei dem die Studierenden ihre Semesterarbeiten vorstellen. Obwohl die Vorlesungszeit bis Mitte Februar geht, findet die Ausstellung bereits vom 27. bis zum 31. Januar statt.

Angespannte Stimmung in den Gängen der Kunstakademie Düsseldorf. Die Räume werden zugeteilt und die KünstlerInnen machen sich Gedanken, wie und wo sie ihre Arbeiten ausstellen sollen; im Hinterkopf immer wieder der Zeitdruck, da sie parallel zum Rundgang Referate vorbereiten und Hausarbeitsfristen einhalten müssen.

Am Rhein geht Karneval immer vor

Grund für die frühe Terminsetzung ist die Jeckenbegeisterung im Rheinland. „Bisher war der Rundgang noch nie so früh. Für einige von uns ist er ein wichtiges Sprungbrett, um Galeristen kennenzulernen“, erklärt eine gestresste Studentin.

Bereits vergangene Woche kam ein Transporter, um die Räumlichkeiten der Akademie zu leeren, damit die Studis die Ausstellungsräume aufteilen können und ihre Kunst Platz findet. Blöd gelaufen ist es für diejenigen, die um diese Uhrzeit Seminare, Kolloquien oder andere wichtige Veranstaltungen besuchen mussten, denn die Studis sind selbst für ihre Ausstellungsplätze verantwortlich. „Wir müssen das nun alles alleine wegräumen“, so ein anderer betroffner Student.

Die erste Sprosse auf der Karriereleiter

Der Rundgang dient den Studierenden dazu, ihre Kunst vermarkten zu können. In den 70er Jahren wurde der Verkauf eines Bildes bei dieser Veranstaltung nicht gern gesehen, heute ist es das täglich Brot für einige Studis, und sie versuchen, ihre Arbeiten bestmöglich darzustellen. Heutzutage werden sogar Führungen angeboten, die fünf Euro kosten. Kommerzialisierung scheint an der Kunstakademie in Düsseldorf  gang und gäbe zu sein.

Damit sich KunstkennerInnen und GaleristInnen in Ruhe die Semesterarbeiten anschauen können, wird der Rundgang für diese VIPs sogar zwei Tage eher eröffnet, um nicht von anderen BersucherInnen gestört zu werden. Bei diesen inoffiziellen Tagen werden nicht nur Bilder verkauft, sondern auch Stipendien verteilt.

So ist es umso verständlicher, dass die Studis nicht gut auf die OrganisatorInnen des Rundgangs zu sprechen sind – und ihre Namen hier nicht abgedruckt sehen möchten.

:Katharina Cygan