Neues Poledancestudio Serpent Rouge in Bochum: Ein Selbstversuch
Ein Neandertaler an der Stange
Foto: mar/ksz
Kraft ist nicht alles: Marek mangelt es noch ordentlich an Eleganz. Foto: mar/ksz
Kraft ist nicht alles: Marek mangelt es noch ordentlich an Eleganz.

:bsz in Gefahr! … nicht wirklich, aber in absolut ungewohnte Gefilde wagte sich unser Redakteur Marek, nämlich in die neu eröffnete Poledance-Schule Serpent Rouge von Arzo-Carina Renz in Bochum-Riemke. Über den Polesport hat er schon berichtet, es selbst versucht hat er noch nie. Begleitet von unserer Praktikantin Katrin nahm er an einer AnfängerInnen-Stunde teil.

Natürlich habe ich etwas vergessen. Wie immer. Ich weiß doch, dass kein Metallschmuck an die Stange darf, weil sie sonst  zerkratzt. Aber ich Trottel habe natürlich nichts dabei, um die Plomben meiner Festivalbändchen zu bedecken. Mir bleibt nichts anderes übrig, als mir meine Socken ums Handgelenk zu binden. Rieche ich am Arm halt nach Fuß, da muss man durch.

Billige Anmache ist nicht

Die Mädels, die nach mir ins neue Studio im Riemker Gewerbepark an der Herner Straße eintreffen, nehmen mein und Katrins Erscheinen ganz gelassen hin. Keine Scheu vor Fotos und auch keine Scheu vor mir, dem Kerl. Das sei nicht immer so, erzählt Arzo-Carina Renz, die Besitzerin der Studios Serpent Blanc in Herne und dem neuen Serpent Rouge in Bochum, das am 1. September eröffnet wurde und in dem ich mich gerade befinde. In diesem Semester bietet Arzo Renz auch wieder Boskop-Kurse in Poledance, Bauchtanz und mehr an.

Gerade in den günstigen Boskop-Uni-Kursen seien Männer früher nur gekommen, um „Mädels auf den Arsch zu glotzen“. Darum lässt Arzo auch keine Männer mehr bei den Boskop-Kursen zu. Bei den normalen Kursen zu regulären Preisen seien Männer aber willkommen, die kämen dann für den Sport. „Da ist Prater dann doch billiger zum Flirten“, lacht Arzo. Seit 2010, als sie das Studio in Herne eröffnet hat, habe sie allerdings erst drei männliche Kursteilnehmer gehabt.

Bewegungslegasthenie geht vorbei

Ich fühle mich an diesem Tag alles andere als unwillkommen. Kursleiterin Arzo und die Teilnehmerinnen akzeptieren Katrin und mich vollkommen. Selbst komme ich mir bereits bei den Aufwärmübungen wie ein Bewegungs-Neandertaler vor. Wie zur Hölle spannt man seine Arschmuskeln einzeln an? 

Als es dann endlich an die Stange geht, habe ich kein Problem mit den Kraftübungen, merke aber direkt, dass es eine ganz schöne Leistung sein muss, mehrere Minuten am Gerät zu tanzen. Wir lachen alle gemeinsam über meine Ungelenkigkeit und loben einander für gelungene Figuren. Das gehe allen so am Anfang, versichern mir sowohl Arzo, die seit zehn Jahren Poledance betreibt, als auch die anderen Teilnehmerinnen. In den AnfängerInnen-Kurs könne man jederzeit einsteigen, erklärt die Kursleiterin. Auch, wenn man so unsportlich ist wie du, scheint sie in Gedanken hinzuzufügen. Ich fühle mich jedenfalls sowohl als Bewegungslegastheniker wie als Mann willkommen. Katrin überlegt noch tags drauf: „Ich glaube, ich habe ein neues Hobby …“

:Marek Firlej

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