„Dortmunder Neu Gold. Kunst – Bier – Alchemie“ zeigt die inspirierende Kraft des Gebräus
Drei Zutaten, unendliche Möglichkeiten
Foto: mar
Die Gegend um die baden-württembergische Stadt Tettnang ist für ihren Hopfen berühmt: In der Folklore manifestiert sich das im Hopfennarren. Foto: mar
Typisch japanisch: Der Einzeller Bierhefe (vorne) und andere Fermentation antreibende Mikroorganismen aus der Zeichentrickserie „Moyashimon“.

Es ist nach eigenen Angaben die einzige Ausstellung in Deutschland, die das Reinheitsjubiläum nicht bloß historisch feiert, sondern sich auch der Kunst öffnet. Wie vom Dortmunder U gewohnt, beleuchtet „Dortmunder Neu Gold. Kunst – Bier – Alchemie“ ein Thema geschichtlich und zeitgenössisch, pop- und hochkulturell, international und vielseitig. Noch bis zum 1. Mai kann man sich davon überzeugen, wie inspirierend Bier sein kann.

BiertrinkerInnen sind oft TraditionalistInnen. Daher stehen in einem bürgerlichen BierliebhaberInnen-Wohnzimmer auch schö­ne alte Stein- und Zinnkrüge im Regal. Dazu: Nostalgische Werbung in der Glotze. Dann gibt es aber auch die wilde Wirkung des Alkohols, die kreativ macht: Skulpturen, Installationen und Gemälde gibt es also auch. Bier macht aber auch Bauch – Wampen prangen an der Wand. Natürlich hat das Hopfengetränk auch eine technische Seite. Und eine geschichtliche. Und ist mit Dortmund verbunden. Und macht gesellig. Und auch krank. Und obwohl die Ausstellung nicht groß ist (in geschätzt maximal zwei Stunden ist man durch), ist doch irgendwie Alles drin.

Der Pilz im Pils

Vor allem die technische Seite ist elegant gelöst, denn hier verbirgt sich die Alchemie. Einmal am Hopfen schnuppern oder vom Malz naschen – das spricht die Sinne an! (Vor allem das Malz! Mjam mjam mjam!)

Aber eigentlich hat Bier ja vier Zutaten und nicht drei, wie das Reinheitsgebot besagt. Hefe aber war bis ins 17. Jahrhundert unbekannt, der Gärungsprozess grenzte an Magie. Die Ausstellung widmet sich dem mikroskopisch kleinen Pilz, indem sie ein Forschungsprojekt zu künstlich erschaffenen Hefen vorstellt, ein Kunstwerk, an dem der Mikroorganismus mitgewirkt hat, und sogar einen Anime, dessen Protagonist die Einzeller sehen kann. Und es stellt sich heraus: Die sind ja superniedlich! Kein Wunder, dass Bier so ein beliebtes Getränk ist.           

Infobox

In vielen Kneipen, darunter das Hardys, gibt es Bierdeckel, die gleichzeitig Gutscheine für die Ausstellung sind. Mit der richtigen Pappe kommt Ihr zum halben Preis in die Ausstellung.

Die Eintrittskarte für die Ausstellung selbst erlaubt Euch dann freien Eintritt in das Brauereimuseum in Dortmund.

 

Zeit:Punkte

Festival:

Im Rahmen der „Neu Gold“-Ausstellung findet das Festival der Dortmunder Bierkultur statt. Drei Tage lang gibt es Informationen, Kunst und Kultur rund um der Deutschen liebstes alkoholisches Getränk. 50 unterschiedliche Biersorten von Dortmunder Großmarken über Craft-Beer-Spezialitäten bis zu den Ausstellungs-exklusiven Varianten Future Beer und dem Union Jubiläumsbier werden versprochen. Dazu gibt es Live- und Konservenmusik. Außerdem wird der Bierkronleutchter aktiviert. 

• 22.–24. April, Dortmunder U. Eintritt frei.

Ausstellung: 

Für historische Informationen: Die Ausstellung „Das Reinheitsgebot. Eine bayrisch-deutsche Geschichte“ im Dortmunder Brauereimuseum.

• 29. Mai – 30. Dezember, Brauerei-Museum, Steigerstraße 16, Dortmund. Eintritt 2,50 Euro, ermäßigt 1,25 Euro. 

 

Es ist nach eigenen Angaben die einzige Ausstellung in Deutschland, die das Reinheitsjubiläum nicht bloß historisch feiert, sondern sich auch der Kunst öffnet. Wie vom Dortmunder U gewohnt, beleuchtet „Dortmunder Neu Gold. Kunst – Bier – Alchemie“ ein Thema geschichtlich und zeitgenössisch, pop- und hochkulturell, international und vielseitig. Noch bis zum 1. Mai kann man sich davon überzeugen, wie inspirierend Bier sein kann. Foto: mar
Typisch japanisch: Der Einzeller Bierhefe (vorne) und andere Fermentation antreibende Mikroorganismen aus der Zeichentrickserie „Moyashimon“. Foto: mar
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