StuPa-Wahlen
Die Listen stellen sich vor: Grüne und Alternative Student*innen (GRAS)
Bild: GRAS

Politik. Zu den StuPa-Wahlen stellen sich dieses Jahr zwölf Listen auf. Wir haben diese über ihre Positionen und Ziele für das 52. Studierendenparlament (StuPa) und den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) befragt.

Für welche Themen und Werte steht eure Liste?

Unsere Liste steht für Ökologie, Emanzipation, Feminismus, Basisdemokratie und Solidarität.

Was sind Eure Ziele für das Studierendenparlament und den AStA, falls Ihr diesen stellt?

Im StuPa wie im AStA gibt es viel zu tun, da viele Dinge leider liegen gelassen worden sind.
Zunächst ist uns wichtig, dass wieder mehr politische Veranstaltungen an der Uni stattfinden.
Ein besonders wichtiges Thema ist, ein vernünftiges Verkehrskonzept von AStA-Seite umzusetzen. Dazu gehört unter anderem, dass das Semesterticket zusätzlich zum Papierticket als App genutzt werden kann. Auch wollen wir auf eine grüne Campussanierung hinarbeiten, die ökologische Aspekte mitdenkt.

Auf Landesebene stehen zudem große Veränderungen an, die einen bedeutenden Einschnitt in die Studierfreiheit von uns allen bedeuten könnten. Die Rückkehr von Anwesenheitspflichten und verbindliche Studienverlaufsvereinbarungen gehören dazu. Hier müssen wir klar die Rechte der Studierenden verteidigen, sei es auf Hochschul- oder Landesebene. Der Sozialbeitrag der RUB ist inzwischen der höchste im Land. Dem wollen wir uns entgegenstellen und der verfehlten Haushaltspolitik der vergangenen Jahre ein Ende machen. Schließlich wird auch in Bochum bezahlbarer Wohnraum zu einem immer größer werdenden Problem. Auch Wohnheime bieten hier keine wirklich guten Bedingungen.

Wie beurteilt Ihr die Arbeit des derzeitigen AStA?

Der AStA ist im letzten Jahr vor allem durch fehlende Arbeit aufgefallen. Er hat es versäumt, sich rechtzeitig in Gesprächen mit der Bogestra für eine gute Ticketlösung einzusetzen und selbst als das Kind in den Brunnen gefallen war, haben sie es nicht geschafft, die Studis rechtzeitig (bei Bekanntwerden des Problems) zu informieren, sondern es wurde gewartet, bis die Univerwaltung handeln musste.

Darüber hinaus hat der AStA es nur auf Drängen des Protestplenums und mit viel Arbeit der Opposition geschafft, sich kritisch zum Hochschulgesetz zu äußern. Hier hätte der AStA deutlich mehr Aktion zeigen müssen.

Gleichzeitig hat der AStA kaum politische Veranstaltungen durchgeführt und sich auch sonst so gut wie nie öffentlich zu Themen Stellung bezogen.

Welche Dinge beschäftigen die Studierenden Eurer Meinung nach am meisten?

Dinge, die sich direkt auf ihren Universitätsalltag auswirken. Momentan sind dies zum Beispiel das umständliche Semesterticketsystem und der überdurchschnittlich hohe Sozialbeitrag.
Auch immer noch existierende Anwesenheitspflichten schneiden in die Selbstbestimmung im Studium ein. Schließlich ist gerade für Erstsemester der teure und rarer werdende Wohnraum ein zentrales Thema.

Unabhängig von der Hochschulpolitik: Was muss generell an der Uni verbessert werden?

Generell ist die Uni noch viel zu grau. Wir wollen weg von der Bunkeratmosphäre hin zu einem lebendigen Lernumfeld und dafür fehlt es noch an Grünflächen.
Ein weiteres großes Problem stellen die sanitären Einrichtungen der Uni dar. Fast überall finden sich inzwischen Mülleimer in den Toilettenkabinen, die Uni hinkt hier hinterher. Auch lässt die Beleuchtung der Toiletten in vielen älteren Unigebäuden zu wünschen übrig.
Auch die Mülltrennung ist derzeit noch ein Problem. In den Räumen ist die Trennung aufgrund fehlender Mülleimer häufig unmöglich und auch der getrennte Müll wird letztlich häufig zusammengekippt.
Daran anschließend sollte der Müll insgesamt reduziert werden, indem man ein Mehrwegbechersystem etabliert.
Zuletzt fehlt es bei all den Möglichkeiten, die die Digitalisierung geschaffen hat, häufig an dem Wissen, diese auch gewinnbringend einzusetzen. Schulungen für Dozierende in den Bereichen der Digitalisierung und Didaktik würden hier abhelfen.

Warum soll man Euch wählen?

Die GRAS möchte einen ökologisch bewussten, linken AStA bilden, der die Probleme der Uni und die Versäumnisse der letzten Jahre anpackt. Der sich nicht nur selbst verwaltet und Pöstchen intern verteilt, sondern sich aktiv für die Interessen der Studierenden einsetzt.

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