Eintauchen in den Mythos von „Max.“
Die Erschaffung des Mythos Max
Bild: #FreudEuch
Freuen sich auf die Premiere ihres ersten Stückes: Die Theatergruppe #FreudEuch untersucht, wie ein Personenkult entstehen und zerstört werden kann. Bild: #FreudEuch
Freuen sich auf die Premiere ihres ersten Stückes: Die Theatergruppe #FreudEuch untersucht, wie ein Personenkult entstehen und zerstört werden kann.

Musisches Zentrum. Mit dem Stück „Max.“ führt das junge Kollektiv „#FreudEuch“ am 23. November ihr erstes selbst geschriebenes Stück auf. Es wird die Entwicklung der Figuren beleuchtet, ein Mythos erschaffen, hinterfragt und eventuell zerstört.

Eine Theatergruppe aus der Studienzeit folgt dem Ruf ihres Anführers Max und trifft sich nach zehn Jahren wieder. Ein neues Projekt soll her. Doch erst müssen sie die Fragen klären: Was für ein Mensch bin ich geworden? Was hat sich alles geändert? So unrealistisch ist der Plot des Theaterstücks „Max.“ nicht. Die studentische Theatergruppe „#FreudEuch“ beschäftigt sich nicht nur mit der Entwicklung der Figuren, sondern auch mit dem Personenkult um Max. Der Anführer wird von der Gruppe verehrt und alle Teilnehmenden scheinen um ihn zu kreisen. Doch kann nach all den Jahren der Idealkult bestehen bleiben oder hat auch er sich verändert? Ist Max wirklich so perfekt, wie alle denken?

Alle machen alles

Zustande kam die siebenköpfige Theatergruppe #FreudEuch durch einen Optionalbereichskurs im Musischen Zentrum. Nachdem sie in dem Kurs gemeinsam an Szenen arbeiteten, kam die Idee auf, zusammen ein größeres Projekt zu starten. Seit zehn Monaten arbeiten sie schon an der Inszenierung. Zunächst musste ein Thema gefunden, dann ausgearbeitet und schließlich das Stück geschrieben werden. Das Motto ist „Alle spielen, alle führen Regie“. Dieses ungewöhnliche Konzept hat schon einiges von dem Kollektiv abverlangt, so Yannis Deden: „Es war ein Experiment und wir haben etwas Gutes herausgeholt.“

Konstruktion eines Mythos

Innerhalb des Kollektivs spielt es keine Rolle, wie viel Theatererfahrung der*die Einzelne hat. Es sind sowohl Theateraffine als auch Bühnenneulinge an dem Projekt beteiligt. Dass die Gruppe so bunt gemischt ist, hat einige Vorteile. So kommen viele unterschiedliche Vorschläge zusammen und man kann aus einem breiten Repertoire zehren. Zum Beispiel studiert Yannis Philosophie und Germanistik. Sein Wissen aus dem Studium war hilfreich für die Mythenkonzeption. „Wir haben uns bei der Konstruktion des Mythos Max an tatsächliche Mythen orientiert und geschaut, wie diese präsentiert werden. Vor allem Martin Luther und Mahatma Gandhi waren interessant, da sie als positiv dargestellt werden, aber auch ihre dunkle Seite haben“, erklärt Yannis. Man müsse einige Darstellungen hinterfragen, da jede*r gute und schlechte Seiten hat und Fehler macht. Es sei spannend, darzustellen, wie sehr Menschen einem anderen Menschen eine Bedeutung geben und sich von den Erinnerungen und Vorstellungen täuschen lassen. Bei dem Stück flossen persönliche Erfahrungen der Künstler*innen mit Vorbildern ein. Jede*r hat seinen eigenen Charakter geformt und dabei entstanden ganz verschiedene Typen.
Werden sie sich wie die Theatergruppe im Stück auch in zehn Jahren wiedertreffen? „Das Stück hat einige Metaebenen, zum Beispiel die Situation, dass es um eine alte Theatergruppe in der Uni geht. Ich kann mir also gut vorstellen, dass wir uns in zehn Jahren wiedertreffen. Dann werden wir sehen, wie wir uns entwickelt haben und was für verschiedene Charaktere wir geworden sind.“

:Maike Grabow

 

Zeit: Punkt

„Max.“ von #FreudEuch wird am Freitag, 23. November und Samstag, 24. November jeweils um 19.30 Uhr im Musischen Zentrum der RUB aufgeführt. Der Eintritt ist frei.

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